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Carolin Golubytskyi (r.) holte bei der WM 2009 in Antalya mit dem Team Bronze © getty

Mit dem Sieg über Ungarn landen die Florettfechterinnen bei der EM in Sheffield auf dem Podest. Für die Herren läuft es mäßig.

Sheffield - Als die deutschen Florettfechterinnen auf der Planche ausgelassen ihre Bronzemedaille feierten, hatten sich die Hoffnungen von Degen-Europameister Jörg Fiedler auf sein zweites Edelmetall längst in Enttäuschung verwandelt.

Während das Degenteam mit Fiedler bereits im Viertelfinale verlor und am Ende Fünfter wurde (News), siegten die Florett-Damen im Gefecht um Platz drei gegen Ungarn 45:38 und gewannen die vierte Medaille für den Deutschen Fechter-Bund (DFeB) bei der EM in Sheffield.

"Klasse. Wie im vergangenen Jahr haben sie nur gegen Italien verloren", sagte Sportdirektor Manfred Kaspar: "Die Italienerinnen sind fast unbezwingbar, deshalb haben sie alles Machbare getan."

Wächter macht Medaille klar

Gegen die Ungarn waren die Tauberbischofsheimerinnen Katja Wächter, Carolin Golubytskyi, Anja Schache und Sandra Bingenheimer schnell in Führung gegangen. Wächter verteidigte im letzten Gefecht die Führung erfolgreich und setzte den letzten Treffer.

Im Halbfinale gegen den Weltmeister und erfolgreichen Titelverteidiger Italien waren die Deutschen beim 24:45 zuvor chancenlos gewesen.

Im Einzelwettbewerb hatten die Italienerinnen, die dominierende Nation im Damenflorett, Gold und Silber gewonnen. Auch bei der Heim-EM in Leipzig im vergangenen Jahr waren die Italienerinnen im Finale zu stark für die deutsche Mannschaft.

Quartett hält Konkurrenz auf Distanz

Im Auftaktgefecht von Sheffield hatten die Deutschen gleich zu Beginn gegen Frankreich Moral gezeigt und einen Rückstand noch umgebogen. Mit einem 36:32 machten sie den Halbfinaleinzug perfekt.

Auch für die Olympiaqualifikation war die Bronzemedaille wichtig: Mit dem Erfolgen gegen Frankreich und Ungarn hielt das Tauberbischofsheimer Quartett ihre Konkurrenten um ein Ticket für London auf Distanz.

Enttäuschung bei Fiedler

Europameister Fiedler, der am Freitag im Einzel den bisher einzigen deutschen Titel in Sheffield geholt hatte, war nach der 36:45-Niederlage gegen Russland in der Runde der letzten Acht dagegen bitter enttäuscht. Auch die Erinnerung an den Gewinn seiner ersten Einzelmedaille konnte den Leipziger zunächst nicht trösten.

"Wenn ich fechte, will ich immer eine Medaille gewinnen. Sonst können wir gleich zuhause bleiben", sagte der Leipziger, der zusammen mit Sven Schmid, Martin Schmitt (beide Tauberbischofsheim) und Stephan Rein (Heidenheim) die Bronzemedaille der Heim-EM im Vorjahr nicht wiederholen konnte.

"Ich weiß, dass in zwei Wochen jeder nur noch von der Olympiaquali reden wird. Aber mit der Mannschaft ist das heute doof", so Fiedler.

Entscheidungen stehen aus

Da der Mannschaftswettbewerb bei den Spielen in London nicht olympisch ist, muss sich Fiedler über die Einzelweltrangliste qualifizieren. Mit seinem EM-Sieg hat er sich dafür eine gute Ausgangsbasis erarbeitet - die Enttäuschung über den Teamwettbewerb verhinderte er jedoch nicht.

Am Dienstag enden die Titelkämpfe mit den Mannschaftsentscheidungen im Herrensäbel mit dem EM-Dritten Max Hartung und dem WM-Zweiten Nicolas Limbach sowie im Damendegen mit Olympiasiegerin Britta Heidemann.

In Sheffield hatten zuvor Fiedler mit Gold, Heidemann mit Silber und Säbelfechter Max Hartung mit Bronze Medaillen für Deutschland gewonnen (Bericht: Heidemann gewinnt Silber, Hartung feiert Bronze).

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