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Lena Schöneborn sicherte sich im März 2010 ihren ersten Weltcup-Sieg © dpa Picture Alliance

Mit dem EM-Titel beweist Lena Schöneborn erneut ihre Ausnahmestellung. Bis Olympia wünscht sie sich eine "Zeitmaschine".

Medway - Erst der Sieg beim Weltcup-Finale, nun der Triumph bei den Europameisterschaften:

Fünfkampf-Olympiasiegerin Lena Schöneborn zeigt sich seit Wochen in bestechender Form.

Die 25-Jährige aus Bonn hat mit dem EM-Triumph von Medway am Sonntag ihre Titelansprüche für die Weltmeisterschaften von Moskau (8. bis 14. September) eindrucksvoll unterstrichen und zählt auch für die Olympischen Spiele 2012 in London zum Kreis der Top-Favoritinnen.

"Das Potenzial ist da. Sie ist bei den Spielen in London auf jeden Fall eine Kandidatin für eine Medaille", sagte Bundestrainerin Kim Raisner nach dem Triumph vom Sonntag.

Zwar wachse der Erwartungsdruck im Umfeld der 25-Jährigen, doch Schöneborn habe "in der gesamten Saison gezeigt, dass sie nicht umsonst die Nummer eins in der Weltrangliste ist".

"Da habe ich es fast versaut"

Dank einer überragenden Laufleistung im abschließenden Combined-Event sicherte sich Schöneborn den Sieg in Medway, bei der Siegerehrung strahlte sie über das ganze Gesicht.

"Es fühlt sich großartig an. Es ist etwas sehr Besonderes, eine Trophäe, die mir noch gefehlt hat", sagte Schöneborn, die beim Reiten geschwächelt hatte: "Da habe ich es fast versaut, mich dann aber zusammengerissen und voll auf das Combined konzentriert."

Und ergänzte: "Ich wusste, dass ich schneller laufen kann, als die Anderen um mich herum. Das hat mir Selbstvertrauen gegeben."

Olympia-Ticket fast sicher

Schöneborn siegte mit 5600 Punkten vor der Ungarin Adrienn Toth und Victoria Tereschuk aus der Ukraine und untermauerte damit auch ihre Vormachtstellung in der internen Rangliste der deutschen Mannschaft.

Nur drei Athletinnen der deutschen Mannschaft erhalten ein Ticket für Olympia.

"Lena muss sich keine Sorgen um ihren Platz machen. Nur eine Verletzung kann sie noch stoppen", sagte Raisner (Lena Schöneborn ist auch für die "Wahl: Sportler des Monats" nominiert!).

Bei ihrem Weltcup-Triumph vor drei Wochen hatte Schöneborn schon einmal die Olympia-Anlage in London unter die Lupe nehmen können.

"Die Laufstrecke war sehr anspruchsvoll. Nun wissen wir, worauf wir uns einstellen müssen: Es ging viel bergauf, dementsprechend am Ende auch wieder hinunter, was mir persönlich eher liegt", sagte Schöneborn.

36 statt 24 Stunden wären "wunderbar"

Wegen des schwierigen Geländes hätte Schöneborn am liebsten eine "Zeitmaschine", um die Tage für das aufwändige Training zu strecken. Sie versucht meist im Alltag, jeder einzelnen Teildisziplin gleichermaßen gerecht zu werden.

Einige Zeit das Schwimmen und Laufen zu vernachlässigen, das wäre für Schöneborn "besonders fatal".

"Für mich wäre es wunderbar, wenn der Tag 36 statt 24 Stunden hätte. Ich bräuchte einfach 12 Stunden mehr pro Tag. Das wäre wirklich großartig", sagte die frühere "Juniorsportlerin des Jahres" augenzwinkernd mit Blick auf das neue Fördermodell "Elite Plus" der Stiftung Deutsche Sporthilfe, von der sie seit 2003 unterstützt wird.

"Zeit kann mir diese zusätzliche Förderung zwar nicht schenken, aber sie gibt mir wirtschaftliche Sicherheit und ich bin jetzt finanziell flexibler."

Finanzielle Hilfe für Schöneborn

So muss Schöneborn beispielsweise bei der Umbuchung von Flügen "nicht mehr lange überlegen und kann entspannt umdisponieren".

Die monatlich 1.500 Euro, die ihr bis zu den nächsten Sommerspielen 18 Monate lang zusätzlich gezahlt werden, "entspannen die finanzielle Lage für mich."

Allein dies sei für sie "sehr beruhigend, weil Terminverschiebungen von Trainingslagern oder Wettkämpfen bei uns nicht selten sind".

"Es ist für mich eine Ehre, zu dem kleinen Kreis von drei Dutzend ausgewählten Sportlern zu gehören, die auf diese Weise besonders gefördert werden", ergänzt Schöneborn, die als persönliches Dankeschön an die Sporthilfe im Familien- und Bekannten-Kreis bereits mehrere Spender für die Aktion "Dein Name für Deutschland" geworben hat.

Zudem wirbt sie mit Felix Magath gemeinsam in einem TV-Spot für die Kooperation "Sportler für Sportler" von DSH und Fußball-Bundesliga.

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