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Neue Medikamente sollen frühzeitig auf Missbrauchspotenzial überpfüft werden © getty

Die Sporthochschule Köln entwickelt ein Programm, um den Kampf gegen neue Dopingmittel schon vor deren Einführung aufzunehmen.

Köln - Neuer Schritt im Kampf gegen Doping: Auf Initiative des Bundesministeriums des Innern (BMI) wurde am Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln die erste Europäische Beobachtungsstelle zum frühzeitigen Erkennen von Doping eingerichtet.

Sie prüft im Wesentlichen Methoden und Medikamente auf Missbrauchspotential. Aufgabe dieser Beobachtungsstelle ist die Erlangung frühzeitiger Kenntnisse über Entwicklungen neuer dopingrelevanter Medikamente der pharmazeutischen Industrie.

Bereits bei Entwicklung neuer Medikamente mit Missbrauchspotential sollen künftig schon Strategien entwickelt werden, die einen Missbrauch vermeiden lassen oder zumindest den Nachweis der Substanzen ermöglichen.

Zusammenarbeit und Überwachung

Die frühe Identifizierung von biologischen Zielen oder pharmakologischen und therapeutischen Entwicklungen, die Relevanz für das Doping haben, wird als Schlüssel für eine erfolgreiche Dopingprävention betrachtet.

Vor allem beinhalten die Aufgaben die Kontaktpflege und Zusammenarbeit mit der pharmazeutischen Industrie und die systematische Durchforstung der wissenschaftlichen Literatur nach Substanzen mit leistungssteigernden Effekten (auch in Tierversuchen).

Zudem soll über die Auswertung von Patentanmeldungen und Börsenmitteilungen der pharmazeutischen Industrie, Zusammenarbeit mit nationalen und europäischen Arzneimittelbehörden, Beobachtung des Schwarzmarktes und seiner Entwicklungen sowie eine enge Zusammenarbeit mit Polizei und Zoll Doping vorgebeugt werden.

Weitergabe an die WADA

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch an die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) weitergegeben werden, die über die Aufnahme einer neuen Substanz in die Verbotsliste entscheidet.

Unter Leitung von Mario Thevis, der an der Deutschen Sporthochschule Köln die Professur für Präventive Dopingforschung besetzt, arbeiten an dieser Beobachtungsstelle Spezialisten aus dem Bereich Molekularbiologie, Pharmazie, analytische Chemie und Medizin.

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