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Max Kepler hat den höchstdotierten Vertrag für einen Europäer erhalten. © getty

Drei deutsche Talente wollen den Sprung in die US-Major League schaffen. Zuvor steht jedoch die Weltmeisterschaft in Panama an.

Von Matthias Ondracek

Santiago de Veraguas - Baseball und Deutschland, das scheint irgendwie nicht zusammenzupassen.

Während der Sport weltweit in der Zuschauergunst unter den Top fünf steht und derzeit mti der Weltmeisterschaft in Panama für großen Zuschauerandrang sorgt, wissen hierzulande nur wenige etwas damit anzufangen.

Lediglich in ein paar Baseball-Hochburgen in Deutschland ist die Resonanz bei den Fans groß.

Anders ist dies in den USA, dem Mutterland des Baseball. Dort dreht sich im Sommer - wenn alle anderen großen Ligen stillstehen - alles um Schläger und Handschuh.

Die Profis in der Major League verdienen mehrere Millionen im Jahr. Alex Rodriguez von den New York Yankees gehört zu den bestverdienenden Sportlern der Welt.

Drei Deutsche wollen die MLB stürmen

Es ist auch in Deutschland mittlerweile der Traum eines jeden Nachwuchs-Baseballers, einmal den Sprung über den großen Teich zu schaffen. Derzeit versuchen drei Deutsche sich durch die unteren Ligen, die Minor Leagues, ganz nach oben zu arbeiten.

Viel Aufsehen gab es vor zwei Jahren um Max Kepler-Rozycki. Der gebürtige Berliner erhielt von den Minnesota Twins einen Vertrag über etwa 800.000 Dollar. Rekord für einen Europäer.

Über Anfängerligen zum großen Ziel

Der Weg in die MLB ist jedoch lang und beschwerlich, führt die Spieler von der Rookie League über die Klassen Single A, Double A und Triple A bis ans große Ziel.

Kepler spielte zuletzt für die Elizabethton Twins in eben dieser Rookie League. Der 18-Jährige ist einer der jüngsten in seinem Team und holt sich noch seinen Feinschliff.

"Ich habe mich schon in einigen Bereichen verbessert", meint Kepler: "Wenn ich Glück habe, darf ich nächstes Jahr schon ein Level höher spielen, aber nichts ist garantiert."

Die Experten sind sich auf jeden Fall sicher, Kepler wird seinen Weg machen.

Lutz bereits in den Geschichtsbüchern

Einen Schritt weiter ist bereits Donald Lutz. Der 22-Jährige läuft in der Organisation der Cincinnati Reds für die Daytona Dragons (Single A) auf.

"Das Level ist natürlich besser und das Spiel ist um einiges schneller", sagt Lutz über die Unterschiede zur Rookie League.

Der Power Hitter sorgte als bester Schlagmann in seiner Mannschaft dieses Jahr bereits für Furore und trug sich in die Geschichtsbücher ein. Lutz schaffte als erster Spieler der Vereinsgeschichte einen Cycle. Ihm gelang in einem Spiel ein Single, Double, Triple sowie ein Homerun.

Dieses Kunststück brachte dem Deutschen auch die Nummer eins Schlagzeile auf der Homepage der Minor League Baseball ein.

Der Manager des Teams Ex-MLB-Profi Delino DeShields lobte seinen Schützling danach über den grünen Klee. "Donald hat mehr Potential als jeder andere in der Organisation", sagte DeShields der "Dayton Daily News".

Homerun im Stadion der Red Sox

Höher als Lutz spielt im Moment nur Kai Gronauer. Der Catcher schaffte in diesem Jahr den Sprung zu den Binghamton Mets in die Double-A-Liga.

Die Saisonvorbereitung durfte der 24-Jährige mit dem Major-League-Team der New York Mets bestreiten. Außerdem gelang ihm in dieser Saison mit den Birmingham Mets ein Homerun in Bostons legendärem Fenway Park. "Da ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen", so Gronauer.

Der eigentliche Defensiv-Spezialist wird im Experten-Ranking der Mets unter den Top 15 Talenten eingestuft. Sogar ein Debüt auf der Major-League-Bank noch in diesem Jahr war ihm in Aussicht gestellt worden. Eine Verletzung hat dies jedoch vorerst verhindert.

Dritte WM-Teilnahme in Serie

Momentan präsentieren sich die drei deutschen Hoffnungsträger zunächst auf einer anderen großen Bühne. Mit der deutschen Nationalmannschaft weilt das Trio derzeit bei der WM in Panama. Für ein Land wie Deutschland, in dem Baseball nur als Hobby betrieben wird, ist die dritte WM-Teilnahme in Serie bereits ein Erfolg.

Dennoch ist die deutsche Mannschaft drauf und dran die Rolle des Underdogs abzulegen. Bisher gelang der Auswahl des Deutschen Baseball und Softball Verbandes zwar noch kein Sieg. Doch mit zwei knappen Niederlagen machten die "Schwarz-Rot-Goldenen" auf sich aufmerksam.

Knappe Pleite gegen Südkorea

In der ersten Begegnung unterlag man gegen Nicaragua mit 4:5. Gegen den haushohen Favoriten Südkorea musste sich das Baseball-Entwicklungsland sogar erst in der Verlängerung mit 5:6 geschlagen geben.

Auch wenn es in der dritten Begegnung gegen die Dominikanische Republik eine herbe 2:13-Klatsche setzte, ist das Baseball-Entwicklungsland Deutschland in der Welt-Elite angekommen. Mitverantwortlich dafür sind auch die drei US-Exporte.

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