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31 Verbote gibt es beim Ultimate Fighting - vieles ist aber erlaubt © getty

In den USA ist Ultimate Fighting bereits beliebter als der klassische Faustkampf. 2009 soll auch Deutschland erobert werden.

Von Jürgen Blöhs

München ? Boxen, Ringen, Judo, Kickboxen, Capoeira, Taekwondo, Thai-Boxen, Jiu-Jitsu?

"Wir sind die Zehnkämpfer des Kampfsports", beschreibt Ultimate-Fighting-Mittelgewichtler Charles McCarthy bei Sport1.de die Martial Art Fighter.

"Ich war früher Profi-Boxer. Meine Kollegen haben mich ausgelacht, als ich in die UFC gewechselt bin."

Heute lacht der 28-Jährige: "Ich musste hart trainieren, um mir andere Kampfstile anzueignen, aber es hat sich gelohnt. Ich verdiene viel mehr als früher."

Boxen den Rang abgelaufen

Kein Wunder: Im ehemaligen Box-Mekka USA haben die Käfig-Kämpfer den Faustkämpfern den Rang abgelaufen.

Wenn Bruce Buffer, Bruder und Manager von Box-Stimme Michael Buffer, die Kämpfer ins Achteck ruft, verfolgen Millionen verfolgen die Fights im Octagon hinter Maschendraht vor dem TV. Die Veranstaltungen füllen mühelos alle Hallen ? bei Ticket-Preisen von bis zu 1000 US-Dollar.

Vier Ultimate-Fight-Club-Veranstaltungen waren 2007 in den Top Ten des US-Pay-TV ? mit steigender Tendenz. Bis November waren es 2008 acht Top-Ten-Platzierungen. Nur der Superbowl lockte mehr Zuschauer vor die Geräte.

"Fünf Gewichtsklassen, fünf Weltmeister"

Der Grund? "Ganz einfach: Fünf Gewichtsklassen, fünf Weltmeister. Boxen ist nicht mehr Nummer eins. Die vielen Verbände mit ihren Parallel-Weltmeistern wollen die Fans nicht mehr", begründet UFC-Mitbesitzer Lorenzo Fertitta im Gespräch mit Sport1.de den Erfolg.

Außerdem bekommt das Publikum keine langweiligen Vorkämpfe geboten. "Bei unseren Events sind die Fans von Beginn an auf ihren Plätzen ? auch die Promis", stellt der Mit-Besitzer von 15 Casinos in Las Vegas klar.

"Unsere Kämpfer sind hoch motiviert. Immerhin kann jeder Kämpfer zu seiner Börse bis zu 250.000 Dollar hinzuverdienen. Es gibt Siegprämien, einen Bonus für Kämpfer und Kampf des Abends und so weiter", verrät der Multi-Milliardär.

"Wollten schon verkaufen"

Dabei hatte es alles andere als gut begonnen: "Nachdem wir UFC 2001 erworben hatten, hat John McCain die Übertragung der Veranstaltungen im TV verboten", blickt Fertitta zurück.

Dem republikanischen Gegenkandidaten von Barack Obama um die Wahl zum die US-Präsidentschaft waren die Kämpfe Mann gegen Mann ohne Regeln zu brutal.

"Mein Bruder Mark und ich wollten verkaufen, aber das Höchstgebot von vier Millionen Dollar war uns zu niedrig. Immerhin hatten wir 24 Millionen investiert", freut sich die Nummer 377 in der Forbes-Liste der 400 reichsten US-Bürger heute über das zu niedrige Angebot.

Über 50 Mio. Dollar durch Pay-TV

"Wir haben dem Sport einige Regeln verpasst, und mittlerweile dürfen wir wieder ins TV und sind in 36 US-Staaten erlaubt", sagt 39-Jährige.

Und das mit Erfolg: Das MGM war mit 12.500 Zuschauern ausverkauft, 1,05 Millionen US-Haushalte zahlten je 49,90 US-Dollar, um bei der UFC-Night 91 live dabei zu sein, um den ehemaligen Bösewicht im Wrestling-Zirkus, Brock Lesnar, zu sehen.

Der nahm in seinem erst vierten UFC-Kampf dem Liebling der Fans, "Captain America" Randy Couture, den Titel im Schwergewicht ab.

Deutschland-Premiere in Köln

Ein Erfolg, der auch in Europa nicht verborgen blieb. In England erfreuen sich Kampfabende großer Beliebtheit.

Und "Deutschland mit seinen tollen Kampfsportfreunden steht auf unserer Liste ganz oben", verrät UFC-Präsident Dana White.

Die Konzertagentur Lieberberg sicherte sich bereits die Rechte für den deutschen Markt.

"Ich habe die Rechte für zwei Jahre erworben", verriet Rock-am-Ring-Macher Marek Lieberberg Sport1.de. "Mitte Juni werden wir den ersten Kampfabend in der Kölnarena veranstalten."

Ein Deutscher im Käfig

Köln habe man "gewählt, um den zahlreichen Kampfsportfans in den Niederlanden und Frankreich zu ermöglichen, die Veranstaltung zu besuchen", so Lieberberg.

"Verhandlungen mit TV-Sendern laufen, in den USA wird auf jeden Fall übertragen", bestätigt Michael Caudera laufende Gespräche mit TV-Sendern. Der Mit-Begründer des DSF hat sich die Fernsehrechte gesichert.

In Köln soll mit Dennis Siver auch ein deutscher Kämpfer in den Käfig steigen, vorausgesetzt er überzeugt die Matchmaker bei seiner UFC-Premiere am 19. Januar in Dublin.

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