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Olympia in Peking erlebte 15 Dopingfälle, sechs bei Pferden, neun bei Athleten © getty

In der Silvesternacht ist der neue NADA-Code in Kraft getreten. Deutsche Spitzensportler werden in ihrer Bewegungsfreiheit weiter eingeschränkt.

Berlin - Flexiblere Strafen bei Dopingvergehen und verschärfte Meldepflichten: Spitzensportler müssen sich seit 1. Januar auf neue Rahmenbedingungen im Anti-Doping-Kampf einstellen, die ihre Bewegungsfreiheit weiter einschränken.

An Silvester um Mitternacht trat der NADA-Code 2009 in Kraft.

Er zwingt die Athleten, täglich eine Stunde anzugeben, in der sie an einem bestimmten Ort für Dopingkontrollen zur Verfügung stehen.

Erst-Doper können im begründeten Einzelfall zukünftig schon bis zu vier Jahren gesperrt werden, Kronzeugen und Minderjährigen kann dagegen Strafnachlass von der zweijährigen Regelsperre gewährt werden.

Suspendierung schon nach A-Probe

"Bei den neuen Strafen gibt es eine stärkere Berücksichtigung des Verschuldens", erläutert Ulrike Spitz, Sprecherin der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), deren Code 76 Seiten umfasst und der auf Grundlage des 136-seitigen Codes der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) erstellt wurde.

Eine positive A-Probe hat ab 2009 grundsätzlich die sofortige Suspendierung zur Folge.

Die Öffnung der B-Probe muss spätestens sieben Tage nach Beantragung erfolgt sein (Mediziner wollen B-Probe abschaffen).

Schärfere Meldepflichten

Mindestens ein Jahr Sperre wird künftig fällig, wenn Athleten dreimal binnen 18 Monaten gegen Meldepflichten verstoßen.

Dabei ist es egal, ob sie ihre Erreichbarkeit für Dopingtests nicht wie gefordert offenlegen, oder ob sie nicht anwesend sind, wenn der Kontrolleur zur Stelle ist.

Drei Testpools

Die NADA hat künftig drei verschiedene Testpools: Im sogenannten Registered Testpool (RTP) sind 500 bis 600 Sportler, die dem internationalen Testpool der WADA angehören, bzw. A-Kader oder A-Nationalmannschaften von Sportarten der am stärksten von Doping profitierenden Risikogruppe A (Eisschnelllauf, Gewichtheben, Kanu, Leichtathletik, Radsport, Rudern, Schwimmen, Triathlon).

Im Nationalen Testpool (NTP) sind 800 bis 900 Athleten aus Sportarten der Risikogruppen B und C, die A-Kader oder A-Nationalmannschaft angehören, sowie Athleten des erweiterten Kreises der Mannschaft für Olympische Spiele und Paralympics.

Im Allgemeinen Testpool (ATP) sind alle übrigen Bundeskaderathleten.

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