Promiauflauf für die gute Sache. Beim "Ball des Sports" der Stiftung Deutsche Sporthilfe werden hartgesottene Manager zu Fans.

Christian Wulff ist nicht aufgetaucht beim Ball des Sports in Wiesbaden.

Schon Anfang Dezember hatte der Schirmherr der traditionsreichen Veranstaltung der Stiftung Deutsche Sporthilfe sein Kommen absagen müssen.

Gut für Wulff, schade für die zahlreichen Kamerateams und Fotografen am roten Teppich. Flanierten doch auch Veronica Ferres und (Achtung!) Carsten Maschmeyer, umstrittener Kumpel Wulffs aus Niedersachsen, über das Geläuf.

Der Schirmherr Wulff entging so unangenehmen Fragen zu seiner Kredit- und Medienaffäre, die Presse musste auf das Bild von Bettina Wulff im Abendkleid, Seit' an Seit' mit der Ferres, verzichten.

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Getuschelt und getratscht wird viel beim Ball des Sports. Das lässt sich wohl auch kaum vermeiden, wenn fast 2000 mehr oder weniger prominente Menschen aus Sport, Politik, Wirtschaft und Medien an einem Ort zusammenkommen und auf eine Vielzahl von Journalisten treffen.

Es gibt aber auch den Moment, an dem klar wird, worin an diesem Abend der Unterschied zwischen dem Ball des Sports und der parallel in Berlin stattfindenden Goldenen Kamera liegt.

Als Moderator Johannes B. Kerner über 50 olympische oder paralympische Athleten zur Eröffnung des Ball-Programms auf die Bühne bittet, werden auch hartgesottene Manager zu Fans.

Für einen Abend stehen nicht die gutbezahlten Profi-Fußballer, Tennisprofis oder Formel-1-Fahrer im Mittelpunkt des Geschehens.

Die wenigen anwesenden Vertreter dieser Zunft, wie der designierte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Mercedes-Fahrer Nico Rosberg, ergehen sich geschmackssicher in Lobeshymnen auf die finanziell wie medial oft wenig gewürdigten Spitzenleistung der von der Sporthilfe unterstützten Athleten.

"Eine Nacht für Gold" hatte die einst von Josef Neckermann ins Leben gerufene Hilfsorganisation angekündigt. Das lässt sich natürlich auf die anstehenden Olympischen Spiele in London beziehen. Letztlich ging es aber vor allem um das Gold, sprich Geld, der Gäste - und das ist auch gut so.

800.000 Euro erwirtschaftete die Sporthilfe so am für sie wichtigsten Tag des Jahres. Viele Top-Athleten können damit auf ihrem Weg nach London unterstützt werden.

Einige von ihnen hinterließen noch einen ganz besonderen Eindruck bei den Förderern. Als der Deutschland-Achter sein Boot zwischen Vorspeise und Hauptgang in den Ballsaal trug, erreichte der Abend seinen stimmungsmäßigen Höhepunkt.

Zum einen, weil die starken Jungs seit 30 Rennen ungeschlagen und eine der größten deutschen Gold-Hoffnungen für London sind. Zum anderen, weil man mit eigenen Augen die Dimensionen eines Achters gesehen haben muss, um zu glauben, wie groß dieses Boot ist.

Knapp 18 Meter misst das Carbon-Kunstwerk. So lang ist auch ein ausgewachsener Pottwal.

Wie es möglich ist, dieses Gefährt unfallfrei und schnell ins Ziel zu befördern, mag fortan manchen Besucher mehr beschäftigt haben, als der Tratsch vom roten Teppich.

Alleine das ist ein Erfolg für die oft zu wenig beachteten Sportler auf dem Weg nach London.

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