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Erfolgreicher Gast: Poker-König Pius Heinz beim Besuch der SPORT1-Redaktion © getty

Im SPORT1-Interview erzählt Poker-Champ Pius Heinz über die Langeweile nach seinem WM-Sieg und seinen Antrieb weiterzumachen.

Von Benjamin Bauer und Michael Körner

München - Der 22-jährige Pius Heinz ist Weltmeister im Pokern.

Im Zockerparadies Las Vegas holte sich der im rheinischen Swisttal-Odendorf geborene Heinz bei der World Series of Poker (ab 19 Uhr im TV auf SPORT1) die Krone.

Gegen 6.865 Kontrahenten setzte sich Heinz im November durch und gewann 8.715.638 Dollar.

Im ersten Teil des SPORT1-Interviews spricht Heinz über nötig gewordene Strategiewechsel, die neue Situation bei Turnieren seit dem Triumph und seinen Antrieb weiterzuspielen. (Teil 2: "Dirk Nowitzki? Finde ich cool")

SPORT1: Wenn Du auf die vergangenen Turniere seit dem Gewinn der World Series blickst: Die Leute wollen Fotos, Autogramme und spielen auch anders. Was hat sich verändert?

Pius Heinz: Alle Spieler glauben, dass ich immer die ganze Zeit nur bluffe. Ich muss deshalb meine Spielweise anpassen, weil ich weniger bluffen kann. Wenn man immer nur gecalled wird, wenn man bluffed, kann man nicht mehr gut bluffen.

SPORT1: Ist das eher gut oder eher schlecht, was sich da verändert hat?

Heinz: Monetär gesehen ist es eher gut, für den Spielspaß ist es eher schlecht. Weil es halt langweilig ist, wenn man dazu gezwungen wird, mehr ABC-Poker zu spielen als vorher. Aber im Prinzip ist es ganz lustig. Man muss sich halt umgewöhnen und kriegt dadurch einen weiteren Level-Aspekt rein. Das macht es dann auch spannend. (Folge Pius Heinz auf twitter)

SPORT1: Du hast mit dem WM-Sieg den größten Titel gewonnen, den es gibt. Bist Du jetzt heiß auf auf ein normales Bracelet oder auf einen Titel der European Poker Tour? Oder geht es Dir eher um das Geld?

Heinz: Also wenn es für den ersten Platz eine Tüte Gummibärchen geben würde, würde niemand bei der European Poker Tour mitspielen. Von daher geht es natürlich immer ums Geld. Ich würde auf jeden Fall noch sehr gerne einen Titel bei der European Poker Tour gewinnen. Das wäre schon noch so ein kleines Ziel, oder auch ein großes.

SPORT1: Hast Du auch so ein bisschen den inneren Antrieb zu sagen: Ich bin jetzt nicht so ein One Hit Wonder und habe Glück gehabt ? (Hand-Analyse: Heinz' Meilensteine zum WM-Titel)

Heinz: Ja total. Was allerdings schwierig ist, weil man so viel eingespannt ist und so viel zu tun hat. Je weniger man spielt, umso schlechter wird man. Wenn ich zwei Wochen nicht spiele oder nur ganz wenig spiele und dann wieder die erste Session spiele, dann spiele ich die ersten paar Stunden sehr viel schlechter als vor der Pause. Das heißt man braucht immer wieder Zeit, um reinzukommen. Der Gedankengang wird rostig, alles wird einfach ein bisschen rostig. Von daher ist es halt schwer. Und die Zeit fehlt natürlich. Um im Pokern gute Resultate zu haben, muss man viel spielen in der Regel.

SPORT1: Aber die Motivation ist bei Dir noch da?

Heinz: Ja, die Bereitschaft ist da. Dazu macht es mir auch viel zu viel Spaß.

[kaltura id="0_9yvv4o5w" class="full_size" title="Heinz' Alltag nach dem WM-Triumph"]

SPORT1: Wie entwickelst Du Dich weiter? Das Spiel verändert sich ja auch immer. Liest Du tatsächlich Bücher, Foren oder diskutierst Hände? Wie arbeitet ein Weltmeister an seinem Spiel? (Die SPORT1-Pokerschule mit Pius Heinz)

Heinz: Bücher hab ich überhaupt nur eines gelesen und das auch, als ich schon einigermaßen fortgeschritten war. Ansonsten spricht man mit Freunden über Strategie und ich lese auch ab und zu in Internetforen.

SPORT1: Um die anderen Varianten zu spielen, wie beispielsweise Mixed, muss Du aber schon etwas tun, oder?

Heinz: Schon, aber da steht der Spaß im Vordergrund. Wenn ich bei No Limit Holdem unzählige Hände gespielt habe in meinem Leben, dann habe ich dementsprechend weniger Stud8 gespielt. Da lernt man viel schneller.

(Hier geht's weiter zum Teil 2: "Dirk Nowitzki? Finde ich cool")

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