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Das deutsche Quartett: Duplitzer, Multerer, Heidemann, Sozanska (v.l.) © imago

Die deutschen Fechterinnen um Titelverteidigerin Britta Heidemann müssen weiter um Olympia bangen. Zwei Chancen gibt es noch.

Doha/München - Der Traum von der Titelverteidigung bleibt für Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann eine Zitterpartie.

Auch nach dem drittletzten Qualifikationswettkampf muss die 29 Jahre alte Peking-Siegerin um die Teilnahme an den Sommerspielen in London bangen.

Beim Weltcup in Doha kam das deutsche Team mit Heidemann (Leverkusen), Imke Duplitzer (Bonn) sowie Monika Sozanska und Ricarda Multerer (beide Heidenheim) nicht über Platz zehn hinaus und konnte sich damit im Kampf um die Tickets für London nicht entscheidend verbessern.

Bis zum Ende des Qualifikationszeitraums am 31. März finden nur noch zwei Mannschaftsweltcups in Barcelona und St. Maur/Frankreich statt. Die Entscheidung spitzt sich zu.

Sozanski gibt sich kämpferisch

"Wir müssen jetzt zweimal richtig Gas geben, dann sind wir dabei", sagte Bundestrainer Piotr Sozanski: "Noch haben wir alle Chancen für London."

Dafür muss das deutsche Quartett aber voraussichtlich bei den zwei noch ausstehenden Turnieren jeweils mindestens das Halbfinale erreichen.

Bittere Niederlage gegen Russland

In Doha unterlag das deutsche Team, das als Weltranglistenerster in die Olympia-Quali gestartet war, im Achtelfinale Russland 23:25.

Danach setzten sie sich gegen Schweden (45:33) und die USA (45:42) durch.

Im Gefecht um Platz neun verlor das Quartett gegen den direkten Konkurrenten Polen 38:45.

"Wir haben ein wenig Pech gegen Russland gehabt", betonte Sozanski: "Die Niederlage tat schon weh."

Heidemann und Duplitzer angeschlagen

Sowohl Heidemann als auch Duplitzer, Europameisterin von 2010, waren allerdings gehandicapt in das wichtige Turnier gegangen.

Beide hatten verletzungsbedingt nur eine verkürzte Vorbereitung absolvieren können.

Heidemann wegen einer Hand-OP kurz vor Weihnachten, Duplitzer litt noch an den Folgen ihres Sturzes während der WM in Catania im vergangenen Jahr.

Deshalb hatten beide zugunsten des Mannschaftswettbewerbes auf einen Einzelstart verzichtet.

Platz fünf in der Weltrangliste ist das Ziel

Um sich für die Sommerspiele in London zu qualifizieren, muss das deutsche Quartett mindestens Platz fünf der Weltrangliste belegen.

Dann dürfen drei Fechterinnen auch im Einzelwettbewerb an den Start gehen.

Sollte es mit der Mannschaftsqualifikation nicht klappen, besteht noch bei einem Kontinentalausscheid eine letzte Chance.

Sozanska mit den besten Karten

Dort darf aber nur eine deutsche Fechterin starten - wenn sich keine Deutsche über die bereinigte Einzelweltrangliste qualifiziert.

Dort hat Sozanska derzeit die besten Chancen.

Sollte sich die 28-Jährige qualifizieren und es mit der Mannschaft nicht klappen, wären die Olympiaträume von Heidemann und Duplitzer ausgeträumt.

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