vergrößernverkleinern
Pius Heinz sicherte sich den World-Series-Hauptgewinn mit der "Anna Kurnikowa"-Hand © dapd

Im SPORT1-Interview erzählt Poker-Champ Pius Heinz, wie er zum Poker gekommen ist und verrät, wer seine sportlichen Idole sind.

Von Benjamin Bauer und Michael Körner

München - Pius Heinz ist Poker-Millionär.

Der Gewinn der World Series of Poker (ab 19 Uhr im TV auf SPORT1) in Las Vegas hat nicht nur die Poker-Welt aufhorchen lassen, sondern dem Deutschen auch ein Preisgeld von über 8,7 Millionen Dollar beschert.

Über Nacht wurde er zum Shooting Star.

Im zweiten Teil des SPORT1-Interviews spricht der 22-jährige Poker-Weltmeister über seine sportlichen Idole mit dem größten Coolness-Faktor, die Vorbereitung auf wichtige Turniere und seine Fähigkeiten in anderen Kartenspielen (Teil 1: "Für eine Tüte Gummibärchen spielt niemand").

SPORT1: Hast du einen Gaming-Hintergrund? Wie StarCraft zum Beispiel?

Heinz: Nein, gar nicht. Ich hab nur ein bisschen Computer gespielt. Nur Single-Player, kein Multiplayer. Ein bisschen zum Abschalten.

SPORT1: Also bist du zum Poker eher zufällig gekommen?

Heinz: Ich habe es im Fernsehen gesehen - bei SPORT1.

SPORT1: Was war das erste, das du gesehen hast?

Heinz: Ich glaube, es war sogar die World Series. Aber es ist auch schon vier Jahre her. So bin ich zum Pokern gekommen. (Hand-Analyse: Heinz' Meilensteine zum WM-Titel)

SPORT1: Welchen Sport außer Poker verfolgst Du im Alltag?

Heinz: Ich verfolge ein bisschen die NBA. Früher habe ich eigentlich immer Inside NBA gesehen. Wintersport guck ich auch ganz gern mal. Aber in diesem Jahr auch weniger regelmäßig.

SPORT1: Hat der Poker-Weltmeister ein Idol im Sport?

Heinz: Idole habe ich nicht, ich habe Leute, die ich respektiere und die ich cool finde.

SPORT1: Und wer ist cool?

Heinz: Ich finde, Dirk Nowitzki ist cool. Und Boris Becker, den ich näher kennenlernen durfte. Das ist ein sehr interessanter und cooler Typ. Sebastian Vettel kommt auch sympathisch rüber, auch wenn ich ihn noch nicht persönlich kennengelernt habe.

SPORT1: Wirst Du auf der Straße erkannt?

Heinz: Ja, relativ viel.

SPORT1: Von welchen Leuten?

Heinz: Hautpsächlich von Personen in meinem Alter. (Pius Heinz auf Facebook)

[kaltura id="0_9yvv4o5w" class="full_size" title="Heinz' Alltag nach dem WM-Triumph"]

SPORT1: Ein anderer Weltmeister, Andreas Brehme, hat nach seinem verwandelten Elfmeter im Fußball-WM-Finale 1990 häufig von dem entscheidenden Schuss geträumt. Verfolgt Dich die entscheidende Karte auch bis in den Schlaf?

Heinz: Nein, überhaupt nicht. Ich kann die Karte nicht kontrollieren und hab eh keinen Einfluss auf sie. Die Karte ist halt im Deck und die kommt dann. Es ist halt irgendeine Karte.

SPORT1: In einem anderen Interview hast Du gesagt, Deutschland wäre ein cooles Land. Was ist an Deutschland cool?

Heinz: Ich bin hier aufgewachsen, ich habe ganz viele Erinnerungen. Deutschland hat eine gute Infrastruktur und ist ein Erste-Welt-Land, in dem es alles gibt ? bis auf gutes Wetter.

SPORT1: Zusammen mit dem SPORT1-Poker-Experten Michael Körner hast Du die SPORT1-Pokerschule zusammengestellt. Darin geht es darum, das Poker den ganzen menschlichen Körper beansprucht. Wie hältst Du Dich fit? Treibst Du Ausgleichssport? (Die SPORT1-Pokerschule mit Pius Heinz)

Heinz: Ich wünschte, ich würde es momentan machen. Fitnessstudio und Rennradfahren, was ich früher viel gemacht habe. Das würde ich gern angehen, aber es fehlt die Zeit und teilweise auch die Lust. Für die World Series hab ich mich damals im Fitnessstudio vorbereitet und mich auch gesünder ernährt.

SPORT1: Du bist Fan des 1. FC Köln. Verfolgst Du die Spiele - und wer wird Deutscher Meister?

Heinz: Momentan sehr wenig. Meister wird der FC Bayern oder Borussia Dortmund. Aber das interessiert mich gar nicht. Ich werde es dann irgendwann mitbekommen, wenn es soweit ist. Ich werde wahrscheinlich vorher nicht wissen, dass überhaupt der letzte Spieltag ist.

SPORT1: Dass Du sehr gut pokerst ist bekannt. Aber wie sieht es denn mit anderen Kartenspielen wie Skat oder dem in Bayern beliebten Schafkopf aus?

Heinz: Ich hab Skat früher in der achten und neunten Klasse in den Schulpausen gespielt. Bis dann die Pokerwelle kam. Bin aber nicht so sonderlich gut und hab es schon Ewigkeiten nicht mehr gespielt. Früher habe ich auch mit meiner Mutter und meinem Vater Rommee gespielt. Sonst nur Poker ? das ist auch meiner Meinung nach das interessanteste.

(Hier geht's zurück zu Teil 1: "Für eine Tüte Gummibärchen spielt niemand")

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel