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Birgit Fischer gewann bei Olympia acht Gold- und vier Silbermedaillen © imago

Kanutin Birgit Fischer feiert ihren 50. Geburtstag. Bei der Rekord-Olympiasiegerin gibt es Zweifel an den Comebackplänen.

München - Auf dem Wasser paddelte Birgit Fischer von Erfolg zu Erfolg, doch zu ihrem Ehrentag wäre Deutschlands Rekord-Olympiasiegerin am liebsten abgetaucht.

"Ich habe mich zu einer großen Party überreden lassen. Aber es wird meine letzte große Fete sein", sagte Fischer vor ihrem 50. Geburtstag am Samstag.

In ihrer einzigartigen Karriere mit acht Olympiasiegen und 27 WM-Titeln hatte sich die Kanu-Legende mit ihren zahlreichen öffentlichen Auftritten angefreundet.

Ob ein weiterer Höhepunkt hinzukommt, ist fraglich.

Zweifel am Comeback in London

Fischer meldete kurz vor ihrem Geburtstag Zweifel an ihren viel beachteten Comebackplänen an.

"Die Nicht-Teilnahme an den Olympischen Spielen in London ist einkalkuliert, mehr denn je. Die Medien haben gesagt, ich will zu Olympia. Ich habe nur gesagt, ich will wieder paddeln und sehen, wo meine Leistungsgrenze liegt", erklärte die zweifache Mutter.

Fischer muss bis zum 25. März entscheiden, ob sie sich für die erste Olympia-Qualifikation des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) in Duisburg (7./8. April) anmeldet.

Testrennen Ende März

"Ich weiß derzeit nicht, wie gut ich bin. Um den 20. März herum werde ich ein Testrennen fahren. Von der Zeit werde ich dann abhängig machen, ob ich mich am 25. März für die Qualifikation anmelden werde", sagte Fischer.

Vielleicht weiß sie aber auch schon nach der Feier am Samstag in ihrer Heimat in Bollmannsruh in Brandenburg mehr.

Zu den über 100 Gästen wird neben Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann auch DKV-Präsident Thomas Konietzko gehören.

Da ist bestimmt Zeit für ein kurzes Gespräch.

Weltumseglung und ein Buch

Fischer, die zuletzt in Australien für ein mögliches Comeback trainiert hatte, hat auch abseits des Wassers noch einige Ziele.

Sie würde gerne die Welt umsegeln und ein Buch schreiben, so die Grande Dame des deutschen Kanusports.

Damit sind einige Wünsche für die Zukunft formuliert, die Vergangenheit interessiert Fischer derweil weniger.

"Ich blicke nicht zurück"

"Ich bin nicht der Typ, der zurückblickt. Dafür habe ich auch keine Zeit. Ich schaue lieber voraus", so Fischer. "Ich fühle mich an manchen Tagen wie 20 und an manchen Tagen wie 100."

Aber grundsätzlich gilt: "Übers Alter denke ich nicht viel nach."

Mit Comebacks kennt sich Fischer, die mit sechs Jahren erstmals mit dem Kanusport in Berührung kam, aber aus.

Zwei Babypausen und viel Streit

Nach zwei Babypausen und Unterbrechung ihrer Karriere schaffte sie wieder den Anschluss an die Spitze.

Da ließ sie sich auch von dem ein oder anderen Streit mit dem Verband nicht aus der Bahn werfen.

Zuletzt fuhr sie bei den Weltmeisterschaften 2005 in Zagreb um Medaillen und gewann zweimal Bronze.

2008 hatte sie sich allerdings am Ende gegen den neuen Anlauf zu Olympia entschieden und auf den Start in Peking verzichtet.

Motto: Liebe jeden Tag

Deutschlands Sportlerin des Jahres 2004 bietet heute unter anderem Kanutouren an und kann ihren Kunden dabei auch die ein oder andere Geschichte aus ihrer Karriere erzählen.

In Moskau holte sie 1980 im Einer ihre erste olympische Goldmedaille, sieben weitere und vier Silbermedaillen sollten bis Athen 2004 im Einer, Zweier und Vierer folgen.

"Alle Olympiasiege waren schön und tolle Erfolge. Die schönsten Sommerspiele waren aber 1992 in Barcelona. Die Stimmung war fantastisch, alles war super organisiert", sagte Fischer, für die auch in Zukunft ihr Lebensmotto "Liebe und lebe jeden Tag!" gilt.

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