Florettfechter holen EM-Bronze - Joppich verletzt
Legnano - Die olympische Generalprobe glückte auch ohne Topstar Peter Joppich, der Weg zum Gold in London führt nur über die deutschen Florettfechter:
Im letzten Wettkampf vor den Sommerspielen kompensierte das Team um Peking-Sieger Benjamin Kleibrink im Gefecht um Platz drei sogar den verletzungsbedingten Ausfall des viermaligen Einzel-Weltmeisters Joppich und gewann in Legnano EM-Bronze.
47 Tage vor ihrem Auftritt auf der Planche in der britischen Hauptstadt untermauerte das Team seinen Status als heißer Medaillenkandidat eindrucksvoll.
Fünftes deutsches Edelmetall
Im Gefecht um Platz drei siegten Kleibrink, Sebastian Bachmann und Andre Weßels gegen Russland 38:33 und holten damit das fünfte deutsche Edelmetall nach zuvor einmal Silber und dreimal Bronze ( BERICHT: Kleibrink meldet sich mit EM-SIlber zurück).
Beim 42:45 im Halbfinale gegen Frankreich hatte sich Joppich eine Knieverletzung zugezogen und wurde danach vorsichtshalber geschont.
"Unser klares Ziel in London ist eine Medaille. Alles andere wäre eine Enttäuschung", sagte Bundestrainer Ulrich Schreck, dessen Mannschaft mit einer eindrucksvollen Serie nach London fährt.
Seit WM-Bronze in Catania 2011 standen die Deutschen zum sechsten Mal hintereinander bei einem internationalen Turnier auf dem Podest. Am 5. August geht es in London um Olympiagold.
Bange Momente beim Nervenspiel
Beim letzten Test vor Olympia hatten Kleibrink, Joppich, Bachmann und Weßels schon zu Beginn allerdings bange Momente zu überstehen.
Das Auftaktgefecht gegen die Ukraine entwickelte sich zu einem Nervenspiel. Zwei Sekunden vor Schluss kassierte Schlussfechter Joppich noch den Ausgleich.
"Da waren wir nicht konzentriert genug", sagte Schreck. Doch im sudden death behielt der 29-Jährige Joppich die Nerven und setzte nach 16 Sekunden den entscheidenden Treffer zum 40:39. Die Erleichterung war bei allen Beteiligten deutlich spürbar.
Aufholjagd fordert Tribut
Und der einzige deutsche Fechter mit vier WM-Titeln im Einzel sollte der Hauptdarsteller des Tages bleiben.
Im Halbfinale gewann Joppich nach zwischenzeitlichem 13:20-Rückstand sein Teilgefecht mit 12:2-Treffern und brachte sein Team auf Siegkurs.
Doch die Aufholjagd forderte ihren Tribut. Der Koblenzer bekam einen Schlag aufs linke Bein und musste mit schmerzverzerrtem Gesicht lange behandelt werden.
Das Knie blau-weiß bandagiert trat er zwar im letzten Gefecht noch einmal an, die 42:45-Niederlage konnte er aber nicht mehr verhindern.
Weßels ersetzt Joppich
Mannschaftsarzt Dr. Joachim Laun stellte bei Joppich bei einer ersten Untersuchung jedoch keine schwerwiegende Verletzung fest.
Direkt nach der Ankunft in Deutschland am Mittwoch geht es für Joppich jedoch direkt vom Flughafen zu weiteren Checks.
Kurz vor Olympia soll kein Risiko eingegangen werden. Das Gefecht um Bronze musste er im Trainingsanzug auf der Bank verfolgen. Für ihn stand Weßels auf der Planche, der am Ende als Schlussfechter die Bronzemedaille sicherte (DIASHOW: Die deutschen Medaillenhoffnungen).
Säbelfechterinnen ohne Chance
Die deutschen Säbelfechterinnen gingen im Team wie schon im Einzel erwartungsgemäß leer aus.
Im nichtolympischen Teamwettbewerb unterlagen Alexandra Bujdoso (Koblenz), Stefanie Kubissa (Dormagen), Sibylle Klemm und Jasmin Bührle (beide Tauberbischofsheim) im Viertelfinale Polen 32:45. Am Ende gab es Platz acht.
Am letzten Tag der Wettkämpfe kämpfen am Mittwoch die Degenherren und die Florettfechterinnen im Team um Edelmetall.
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