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Fuentes war bis 2007 Teamarzt des Radsportteams Liberty Seguros-Würth © getty

Der Arzt schließt nicht aus, "sportliches Doping" unterstützt zu haben. Eine Kooperation mit der WADA verneint er.

München - Der spanische Mediziner Eufemiano Fuentes hat seine umstrittenen Praktiken verteidigt und sich gegen die Kritik an seiner Vorgehensweise zur Wehr gesetzt.

"Ich habe lediglich versucht, die Sportler vor den Schäden des Trainings und des dichten Wettkampfprogramms zu schützen", sagte Fuentes der Madrider Sportzeitung "Marca".

Im ersten Interview des Sportmediziners mit einem Presseorgan betonte Fuentes zudem, die Gesundheit der Sportler niemals gefährdet zu haben.

"Deshalb könnte es sein, dass es möglicherweise sportliches Doping gewesen ist. Ich würde es aber eher als therapeutisches Doping bezeichnen, also als einen Gebrauch von Dopingsubstanzen mit einem therapeutischen Ziel: Größeren Schaden verhindern", erklärte Fuentes.

Seit 2006 keine Beziehung mehr zum Sport

Der Mediziner stellte zudem klar, dass "ich die Handynummern zahlreicher Athleten besitze. Ab 2006 habe ich aber keinerlei Beziehung mehr zum Sport gehabt."

Eine angebliche Kooperation mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) schloss Fuentes allerdings aufgrund seiner ärztlichen Schweigepflicht kategorisch aus. "Ich bin bereit, Infos auf wissenschaftlicher Ebene zu liefern", sagte Fuentes.

Die Liste seiner Kunden werde er allerdings nicht zur Verfügung stellen. "Das war ein Missverständnis", gab Fuentes zu verstehen.

Fuentes droht Haftstrafe

Seit mittlerweile mehr als zwei Monaten dauert der Prozess gegen ihn an. Mit einem Urteil um die "Operacion Puerto" ist allerdings erst in den kommenden vier bis sechs Wochen zu rechnen.

Die Staatsanwaltschaft hatte für Fuentes, der wegen Gefährdung der öffentlichen Gesundheit angeklagt ist, eine Haftstrafe von zwei Jahren gefordert.

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