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Michael Vesper ist sein 2006 Generaldirektor des DOSB © getty

Die deutsche Sporthilfe startet ein Programm zur beruflichen Absicherung von Athleten. Vorbild ist ein Modell aus Amerika.

Berlin - Die Stiftung Deutsche Sporthilfe hat in Berlin die Initiative "Sprungbrett Zukunft - Sport und Karriere" ins Leben gerufen.

Mit dem Programm reagierte die Sporthilfe unter anderem auf die Ergebnisse einer Studie über oft erschreckende Lebensverhältnisse von Athleten, die im Februar für viel Wirbel gesorgt hatte.

Die Initiative soll die langfristige Förderung der Athleten absichern und die berufliche Perspektive verbessern.

"Für die Athletinnen und Athleten ist die Sporthilfe-Initiative 'Sprungbrett Zukunft' ein wertvoller Baustein in der Förderung ihrer dualen Karriereplanung", sagte der für den Sport zuständige Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU).

Olympiasieger Reckermann mit dabei

Vertreter der Wirtschaft und Wissenschaft sowie Olympiasieger wie Jonas Reckermann (Beachvolleyball) und Andreas Kuffner (Rudern) waren bei der Geburtsstunde der Initiative in Berlin dabei.

In Zusammenarbeit mit der Wirtschaft soll den Top-Athleten in Zukunft der Einstieg in die Berufswelt erleichtert werden.

Angebot von Kurzpraktika

Dabei gilt es, verstärkt mehrwöchige Kurzpraktika sowie die Möglichkeit von Bewerbungen mit Gesprächsoptionen anzubieten.

Gleichzeitig werden Sportler im Rahmen eines Mentorenprogramms mit Entscheidern aus der Wirtschaft zusammengebracht, die dann zu beruflichen Begleitern werden.

DOSB-Generaldirektor Michael Vesper sieht auch bei den Universitäten in Deutschland noch großen Handlungsbedarf.

"Modell wie in Amerika"

"Auf Hochleistungssportler muss gerade an den Hochschulen mehr Rücksicht genommen werden, da wünsche ich mir ein Modell wie in Amerika. Die Sportler am College und den Hochschulen sind dort Aushängeschilder", sagte Vesper.

Hierzulande seien es zudem nach dem Studium "oft fehlende Praktika und berufliche Perspektiven, die Existenzängste und Scheitern verursachen können".

Erschreckende Zahlen

Eine Studie der Sporthilfe zu "Dysfunktionen des Spitzensports" hatte im Februar erschreckende Zahlen an die Öffentlichkeit gebracht.

Demnach gaben 11,4 Prozent der Athleten an, unter Burn-out zu leiden. Fast ein Drittel meinte, unter psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Essstörungen zu leiden. Knapp 80 Prozent der Sportler registrieren Druck aus dem Umfeld, beinahe 60 Prozent leiden unter Existenzängsten.

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