vergrößernverkleinern
Britta Heidemann gewann bei Olympia in Peking 2008 Gold, vier Jahre später Silber © getty

Nach Monaten voller TV-Auftritte und einer China-Reisen mit Westerwelle steht bei Heidemann wieder der Sport im Vordergrund.

Berlin - Zuletzt reiste Britta Heidemann im Tross von Außenminister Guido Westerwelle nach China, nun hat der Trip ins Reich der Mitte wieder sportliche Gründe.

Erstmals seit den Olympischen Spielen in London mit ihrem dramatischen Gewinn der Silbermedaille kehrt die beste deutsche Degenfechterin am Sonntag in Xuzhou auf die Planche zurück.

"Thematisch passt der Grand Prix in China natürlich sehr gut dazu", sagte Heidemann, die 2008 ihr Studium der chinesischen Regionalwissenschaften erfolgreich abgeschlossen hatte.

Gemeinsam mit ihren Trainern fällte sie die Entscheidung für ihren ersten Auftritt, die selbstgewählte Pause war früher beendet als gedacht.

"Dass ich jetzt dieses Jahr wieder einsteige, hätte ich eigentlich weniger vermutet. Aber ich hatte wieder Lust zu trainieren, und dann sollte man sich auch nicht künstlich dagegen sperren", sagte sie.

"Aufhören war eine ernstgemeinte Option"

Den aufregenden Spielen in London folgte eine mehrmonatige Wettkampfpause, selbst ein Rücktritt war für die Goldmedaillengewinnerin von Peking nicht ausgeschlossen.

Geplant sind in diesem Jahr erst einmal wieder vier Wettkämpfe mit den Europameisterschaften in Zagreb (16. bis 21. Juni) und den Weltmeisterschaften in Budapest (5. bis zum 12. August).

"Ich habe vor London immer gesagt, dass ich Olympia abwarte und dann entscheide, je nachdem, wie ich mich fühle. Aufhören war dabei eine genauso ernstgemeinte Option wie eine zweijährige Pause", betonte Heidemann, die sich bei ihrem ersten sportlichen Auftritt nicht unter Druck setzen lassen will.

Heidemann ist optimistisch

Der Grand Prix sei eher ein Test.

"Danach schauen wir ganz in Ruhe, was kommt. Ich bin jedenfalls guter Dinge", sagte die 30-Jährige, die seit Anfang März erst wieder fechtspezifisch trainiert.

Seit London hatte sich die gefragte selbstständige Unternehmensberaterin auf das Geschehen abseits der Planche konzentriert.

"Es gibt natürlich Grenzen"

Von Auftritten in Fernsehsendungen und Talkshows bis hin zu einer Chinareise mit Außenminister Guido Westerwelle ("Das war schon aufregend") absolvierte Heidemann ein straffes Programm.

Auch bei der derzeitigen Reise nach China geht es nicht nur ums Fechten. Im Anschluss an das Turnier absolviert Britta Heidemann noch einen Termin für einen deutschen Automobilhersteller (Audi).

"Das Pensum hat auch Spaß gemacht, da ich den Sport wie geplant runtergefahren habe. Wenn man beides parallel macht, gibt es natürlich Grenzen für andere Termine", betont sie.

"Mir macht aber auch das Training jetzt wieder Spaß. Als Sportler ist es schließlich Teil meines Lebens", sagte Heidemann, die bei der Wahl der Sportlerin des Jahres 2012 auf Platz fünf gelandet war.

Aufregung bei Olympia

Dabei spielte sicherlich auch die Dramatik ihres Halbfinales in London eine Rolle. Beim Stand von 5:5 im Sudden Death gegen die Südkoreanerin Shin A Lam hatte es zwei Doppeltreffer innerhalb der letzten Sekunde gegeben.

Die österreichische Obfrau Barbara Csar verlangte daraufhin beim Kampfgericht die Überprüfung der Uhr, bei der ein Fehler festgestellt wurde.

Tränen bei Südkoreanerin

Beim dritten Versuch traf die Olympiasiegerin von Peking alleine, Shin verlor. Dagegen legte die südkoreanische Delegation Einspruch ein. Erst nach über einer Stunde stand der Finaleinzug Heidemanns fest.

Die Bilder der weinenden Südkoreanerin, die die gesamte Zeit aus Protest gegen die Entscheidung auf der Planche sitzen geblieben war, gingen um die Welt.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel