1994 stellte ein japanischer Kombinierer die Dolmetscher vor Probleme. Sport1.de-Redakteur Wolfgang Kleine erzählt.

Japanisch ist eben nicht Jedermanns, besser nicht Jederfraus Sache. Während derzeit bei der Nordischen Ski-WM in Liberec die japanischen Kombinierer nicht gerade die zentrale Rolle spielen, war das vor 15 Jahren ganz anders.

Ein Mann namens Kenji Ogiwara wurde damals mehrfacher Weltmeister. Mit dem japanischen Team gewann der heute 39-jährige Politiker 1992 in Albertville und 1994 in Lillehammer noch Olympia-Gold.

Und er war bei den Journalisten ein gefragter Mann, der nicht auf den Mund gefallen war. So wurde eine Pressekonferenz nach dem Triumph 1994 in Lillehammer an diesem Tag in der norwegischen Olympiastadt zu einem kuriosen Ereignis.

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Man hatte Kenji Ogiwara im voll besetzten Mediencenter um seinen Kommentar zum Rennen gebeten. Der kleine Japaner redete in seiner Muttersprache los, redete und redete - schilderte ausführlich seine große sportliche Karriere rund zehn Minuten lang. Dann war er fertig. Viele Journalisten schauten sich ratlos an. Sie warteten auf die Übersetzung ins Englische.

Eine norwegische Dolmetscherin trat vor die Journalisten und begann mit ihrer Version. Sie schien völlig überfordert und war verzweifelt. Was dann kam, überraschte nach der langen ausführlichen Ansprache von Ogiwara.

Die Frau übersetzte die Worte eines Weltmeisters und Olympiasiegers so: "Ich bin am 20. Dezember 1969 geboren - danach ist nicht mehr viel passiert." Aus, Ende, Feierabend. Viele dachten: Ich glaube, mich knutscht der Elch.

Wolfgang Kleine hatte als Journalist seine Feuertaufe bei der Fußball-WM 1974 in Deutschland. Danach wurden für ihn zahlreiche Handball-Spiele, die Berichterstattung vom Leichtathletik-Europacup 1979 und die Begleitung der Tour de France 1996 sowie 1997 unvergessliche Erlebnisse. Aber eins bleibt besonders in Erinnerung: Das Wintermärchen der Olympischen Spiele 1994 in Lillehammer.

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