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Nationalspieler Sri Lankas besteigen nach dem Anschlag einen Rettungshubschrauber © getty

Pakistans Polizei verhaftet nach dem Anschlag auf Sri Lankas Kricket-Team Verdächtige. Die Regierung setzt eine Belohnung aus.

Lahore - Einen Tag nach dem Terror-Anschlag auf Sri Lankas Kricket-Nationalmannschaft in Lahore hat die pakistanische Polizei zwei Dutzend Personen vorübergehend verhaftet.

Die Festgenommenen sind überwiegend Mitglieder verbotener oder als militant bekannter Organisationen und werden offiziellen Angaben zufolge im Zusammenhang mit dem Anschlag vernommen.

Am Dienstag waren acht Menschen getötet und sieben Mitglieder aus Sri Lankas Mannschaft verletzt worden.

Furcht vor Isolierung

Der Anschlag hat über die Terrorbekämpfung hinaus vor allem für die Zukunft der Sportart in ihrem Kernland Pakistan schwere Folgen.

"Für den Kricket-Sport ist Lahore wie das Olympia-Attentat 1972 in München", schrieb die australische Tageszeitung "Sydney Morning Herald".

In Pakistan herrscht Furcht vor einer Isolierung im Kricket, während gleichzeitig aus Sicherheitsgründen neue Diskussionen über die Austragung der Commonweath-Spiele 2010 in Pakistans Nachbarland Indien entbrannten.

Regierung lobt Belohnung aus

Drahtzieher des Attentats sind nach Einschätzung der pakistanischen Medien einheimische Islamisten oder Mitglieder des Terror-Netzwerkes El-Kaida. Staatspräsident Asif Ali Zaredari teilte Sri Lankas Außenministerium mit, "dass die Untersuchungen Fortschritte machen" und die Täter "mit eiserner Hand" behandelt werden würden.

In einer landesweiten Zeitungsanzeige ("Pakistans Würde ist tief verletzt worden") setzte die Regierung eine Belohnung von 125.000 Dollar für Hinweise auf die Täter aus.

Pakistan bangt um WM-Spiele

Pakistan muss wegen des Anschlages insbesondere den Entzug von Spielen bei der in mehreren Ländern stattfindenden WM 2011 fürchten.

"Der Anschlag ist ein Requiem für internationales Kricket in Pakistan", schrieb die einheimische Tageszeitung "The News". Auch das Blatt "The Nation" bezeichnete Lahore als "Totenglocke" für diesen Sport in der kricket-verrückten Nation.

"Sicherheit dem Geld untergeordnet"

In Sri Lanka warfen unterdessen Politiker dem Sportverband vor, den Pakistan-Trip vorrangig aus finanziellen Gründen genehmigt zu haben.

"Die Australier haben abgesagt, die Inder auch. Und dafür gab es schließlich auch Gründe. Man muss sich fragen, warum dann unser Team nach Pakistan gereist ist", sagte ein führender Oppositioneller. Für die Tagezeitung "The Mirror" steht fest:

"Die Sicherheit unserer Sportler wurde dem Geld untergeordnet."

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