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Lance Armstong wird mit Astana bei der Tour de France starten © getty

Die französische Anti-Doping-Agentur überrascht den "Tourminator". Nicht nur Fußballer werden positiv auf Steroide getestet.

Paris - Neue Doping-Affäre in Frankreich: Sieben Fußballer gehören zum Kreis von 22 Sportlern, denen die französische Anti-Doping-Agentur AFLD in Haarproben Spuren anaboler Steroide nachweisen konnte.

Gleichzeitig gab die AFLD bekannt, dass am Dienstag auch beim siebenmaligen Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong eine Haarprobe genommen wurde (Armstrong will Contadors Mentalcoach sein) .

Das Ergebnis dieser Analyse liegt allerdings derzeit noch nicht vor.

"Er war überrascht, als wir nach einer Haarprobe gefragt haben. Er hat uns einige Fragen gestellt", sagte AFLD-Geschäftsführer Jean-Pierre Verdy der Nachrichtenagentur "Reuters".

Armstrong wurde im südfranzösischen Beaulieu-sur-Mer, wo sich der Texaner zum Training vor dem Klassiker Mailand-San Remo aufhielt, getestet.

Armstrong war bislang nie positiv in A- und B-Probe getestet worden.

Gegenproben nicht mehr möglich

Lediglich bei Nachuntersuchungen von eingefrorenen Proben aus dem Jahr 1999 war dem US-Amerikaner 2004 laut der französischen Sporttageszeitung "L'Equipe" in sechs Fällen das Blutdopingmittel Epo nachgewiesen worden.

Zur Zeit der Probeentnahme Ende der 90er war die Epo-Nachweismethode jedoch noch nicht ausgereift. Gegenproben waren 2004 nicht möglich.

Das Labor im französischen Labor in Chatenay-Malabry bei Paris konnte nur die B-Proben analysieren, die A-Proben wurden bereits nach der Entnahme verwandt.

Keine Sonderbehandlung

Die AFLD wollte Armstrong, der nach dreijähriger Abstinenz in diesem Jahr wieder in den Rennsattel zurückgekehrt ist, am Dienstag offenbar zeigen, dass er wie jeder andere Radprofi behandelt werde.

"Er muss wissen, dass ihm keine andere Behandlung zusteht. Es war das erste Mal, dass wir durch Presseberichte Kenntnis davon erhalten haben, dass er wieder in Frankreich trainiert", sagte AFLD-Präsident Pierre Bordry auf einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Fußball am häufigsten betroffen

Er gab bei dieser Gelegenheit auch die Ergebnisse vorheriger Tests bekannt. Fußball ist mit 21,8 Prozent positiver Fälle bei 32 untersuchten Kickern am häufigsten betroffen.

Im Radsport waren es vier von 37, fünf von 30 im Rugby und drei von 22 in der Leichtathletik.

Die AFLD teilte mit, dass die betroffenen Sportverbände informiert worden seien. Die Namen der Sportler wurden nicht bekannt gegeben.

DHEA schwer in Mode

Insgesamt wurden 138 Proben von Fußballern, Rugbyspielern, Radsportlern und Leichtathleten in zwei spezialisierten Labors auf verbotene Substanzen untersucht.

Von den 22 auffälligen Proben betreffen 18 das Hormon DHEA (Dehydroepiandrosteron), drei Fälle Testosteron und ein Fall beide Substanzen.

DHEA ist in den USA in Nahrungsergänzungsmitteln zu finden, in Frankreich unterliegt es der Rezeptpflicht.

Sorgen im Ärztelager

Der Arzt des französischen Fußball-Verbandes FFF, Pierre Rochcongar, zeigte sich beunruhigt über die hohe Anzahl der positiv getesteten Fußballer.

"Wenn es anomale Resultate gibt, versuchen wir, die Dinge korrekt aufzuklären. Was DHEA betrifft - ein vorgelagertes Hormon - haben wir noch keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse über Muskelaufbau und Verkürzung der Wiederherstellung der alten Leistungsfähigkeit, wie das bei anderen Anabolika der Fall ist."

Der Arzt will sich jetzt mit der französischen Anti-Dopingbehörde in Verbindung setzen, betont aber, dass in Frankreich tausend Fußballer zweimal jährlich einen biologischen Kontrolltest zu absolvieren haben.

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