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Urintests gehören für Profi-Sportler mittlerweile zur Routine © getty

Hat die des Dopings überführte Triathletin Lisa Hütthaler eine Labor-Mitarbeiterin bestochen? Angeblich soll dies schon funktioniert haben.

Wien - Ein führender Mitarbeiter des österreichischen WADA-Labors hat Korruptionsvorwürfe der des Dopings überführten Triathletin Lisa Hütthaler energisch zurückgewiesen.

Die frühere U-23-Europameisterin hatte versucht, eine Mitarbeiterin des von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) akkreditierten Labors Seibersdorf mit mindestens 20.000 Euro zu bestechen, um ein negatives Ergebnis ihrer Dopingproben zu erwirken. (Wiener Blutbank schwer belastet)

Auf die Frage, warum sie dies versucht hätte, hatte Hütthaler geantwortet: "Weil ich den Tipp bekam, dass das dort schon mehrmals funktioniert hat."

Laborleiter dementiert energisch

Günter Gmeiner, der Leiter des zuständigen Doping-Kontroll-Labors der Austrian Research Centers (ARC) in Seibersdorf konterte Hütthalers Erklärung gegenüber dem "ORF" mit energischem Dementi: "Wir weisen das auf das Schärfste zurück. Es ist nicht möglich in einem von der WADA akkreditierten Labor. Und dass das nicht möglich ist, zeigt der Fall Hütthaler eindeutig."

Er erwarte ein richterliches Verfahren, in dem er zumindest als Zeuge eingebunden sei.

Sperre verkürzt

Die NADA Österreichs hat die Sperre der überführten Triathletin Hütthaler aufgrund ihrer umfangreichen Doping-Enthüllungen reduziert. (Kohl schockt Österreich)

Die Strafe sei wegen der Hilfe zur Aufdeckung des Dopingsumpfes von insgesamt sechs Jahren auf nunmehr 18 Monate abgemildert worden.

Rücktritt aus psychischen Gründen

In einem Interview Ende März hatte Hütthaler detailliert über ihre illegalen Praktiken ausgepackt. Von Belang ist das allerdings nicht mehr: Hütthaler erklärte am Dienstag ihren Rücktritt vom Leistungssport.

"Meine Doping-Vergangenheit und die seelischen und körperlichen Folgen haben mir extrem zugesetzt: Ich beende meine Karriere. In meinem Leben haben jetzt ganz andere Dinge Priorität", sagte sie.

Triathletin droht Haftstrafe

Dabei beschuldigte sie den mittlerweile geständigen Sportmanager Stefan Matschiner sowie einen Wiener Kinderarzt, sie mehrere Male mit Dopingsubstanzen und -hilfsmitteln ausgestattet zu haben.

Sollte ein Strafprozess folgen, drohen ihr bis zu fünf Jahre Haft.

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