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Der Weltranglisten-Erste Rafael Nadal ist vehementer Gegner des neuen WADA-Codes © getty

Werden die Antidoping-Regeln gekippt? Eine Kommission könnte die scharfen Melderegeln als Verstoß gegen das EU-Recht werten.

München- Die EU-Arbeitsgruppe "Artikel 29" wird nach Informationen der Nachrichtenagentur "Reuters" in der nächsten Woche verkünden, dass der seit 1. Januar geltende WADA-Code 2009 mit seinen Meldepflichten gegen EU-Recht verstößt.

27 Experten beschäftigten sich mit der Frage und wollen ihre Meinung zu den Vorschriften nach Ostern veröffentlichen.

Im WADA-Code 2009 ist festgelegt, dass Top-Athleten aus dopingträchtigen Sportarten für drei Monate im Voraus täglich eine Stunde angeben müssen, in der sie für Dopingkontrolleure erreichbar sind.

Klage von 65 Spitzensportlern

"Die Arbeitsgruppe unterstützt das Anliegen der Regel und sieht die Vorzüge. Sie hat aber auch festgestellt, dass viele Aspekte gegen Datenschutzbestimmungen und das Recht auf persönliche Freiheit verstoßen", sagte ein Insider gegenüber "Reuters".

In Belgien ist bereits eine Klage von 65 Spitzensportlern gegen die im WADA-Code festgeschriebenen Meldepflichten anhängig. Protest haben auch schon zahlreiche deutsche Sportler geäußert.

Vehemente Gegner der Stunden-Regel sind ferner der Tennis-Weltranglisten-Erste Rafael Nadal (Nadal fühlt sich behandelt wie ein Krimineller) und dessen Kollege Andy Murray (Mit runtergelassenen Hosen).

Die Meinung der Arbeitsgruppe wird Grundlage für eine Grundsatzentscheidung der Europäischen Kommission mit ihren 27 Mitgliedsländern sein und könnte den Anti-Doping-Kampf vor ganz neue Herausforderungen stellen.

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