vergrößernverkleinern
Thomas Rupprath gehörte zu den großen Enttäuschungen bei Olympia 2008 © getty

Der DSV reagiert auf die Peking-Pleite und zieht die Zügel an. Britta Steffen ist über seltene Dopingtests erstaunt.

Kassel - Auf Deutschlands Schwimmer kommen harte Zeiten zu. Das neue Führungsduo im DSV um Sportdirektor Lutz Buschkow und Bundestrainer Dirk Lange hat die Zügel mit Blick auf die WM vom 17. Juli bis 2. August in Rom angezogen.

Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin (24. bis 28. Juni) hat das Duo die Normzeiten als Messlatte für die WM-Qualifikation so hoch wie noch nie angesetzt.

"Wir wollen keine WM-Touristen. Es bringt nichts, bei den Normen eine weiche Linie zu fahren und dann bei einer WM hinterherzuschwimmen", sagte Lange.

Fernziel Olynmpia 2012

Buschkow verteidigte die Entscheidung, wonach auf 14 Strecken sogar der deutsche Rekord unterboten werden muss, und kündigte eine noch härtere Linie an: "Wir dürfen uns nicht mehr blenden lassen. Mit Blick auf Olympia 2012 in London werden wir die Ansprüche weiter nach oben schrauben."

2008 in Peking waren Deutschlands Schwimmer mit Ausnahme von Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen und Europameister Paul Biedermann als Fünfter über 200 m Freistil weitgehend baden gegangen.

Steffen begrüßt neue Doping-Kontrollregeln

Steffen werden die höher gesetzten Qualifikationsnormen wohl am wenigsten Sorgen bereiten. Auch die neuen Doping-Kontrollbestimmungen begrüßt die Heldin von Peking.

Nach den neuen Regelungen der NADA müssen Spitzensportler täglich eine Stunde lang an einem selbst gewählten Ort erreichbar sein müssen.

"Ich finde das besser als vorher, denn so muss ich nicht ständig auf mein Handy schauen und damit rechnen, irgendwo antreten zu müssen, sagte die Berlinerin in einem Interview der Zeitschrift "Super Illu". 47466(DIASHOW: Das ist so geil)

Erst vier Kontrollen

Erstaunt zeigte sich Steffen, dass sie seit ihrem Doppel-Coup von Peking erst viermal kontrolliert worden ist.

Angst hat die 25-Jährige, dass sie "aus Versehen" Doping-Mittel einnimmt. "Meine Trinkflasche lasse ich nie aus den Augen. Wenn ich irgendwo bin, verfolge ich den Weg des Getränks von der Bar zu mir, oder ich bestelle geschlossene Flaschen", sagte Steffen.

Keine Rücksicht auf Emotionen

Während Steffen bei Olympia in Peking die Ehre der deutschen Schwimmer gerettet hat, spielt ihr Trainer Norbert Warnatzsch in den Planungen des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) offenbar keine Rolle mehr.

Der 62-Jährige, der unter anderem auch Franziska van Almsick betreut hatte, ist von DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow nicht im Kompetenzteam berücksichtigt worden.

Auch der Vertrag von Warnatzsch als leitender Stützpunkttrainer in Berlin wurde nicht verlängert.

"Klar, dass es für einzelne weh tut, alte Privilegien zu verlieren, aber auf Emotionen kann ich keine Rücksicht nehmen", sagte Buschkow der Zeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe).

Offiziell ist Warnatzsch seit Januar arbeitslos. Einen Zusammenhang mit der Diskussion über frühere DDR-Trainer soll es im Fall der Ausbootung des ehemaligen Stasi-Majors Warnatzsch nicht geben.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel