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Norbert Warnatzsch war bereits Trainer von Franziska van Almsick © getty

Der DSV geht auf Konfrontationskurs mit Britta Steffens Heimtrainer Norbert Warnatzsch. Die Doppel-Olympiasiegerin ist sprachlos.

München - Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen hat es die Sprache verschlagen.

Ihr Heimtrainer Norbert Warnatzsch ist zum Opfer der Reformen im Deutschen Schwimm-Verband (DSV) geworden.

Das neue DSV-Führungsduo mit Sportdirektor Lutz Buschkow und Bundestrainer Dirk Lange hat den Erfolgscoach ausgebootet.

Steffen will sich erst zu dem Fall äußern, wenn es offizielle Informationen vom DSV gibt.

Nicht im Kompetenzteam

Fakt ist aber: Warnatzsch wurde weder im neuen Kompetenzteam um Buschkow berücksichtigt, noch wurde sein Vertrag als leitender Stützpunkttrainer in Berlin verlängert.

"Ich muss erst mal schauen, wie ich jetzt zurechtkomme. Ich muss mich erst einmal sammeln", sagte Warnatzsch.

Der 62-Jährige ist nicht irgendein Trainer. Er betreute Franziska van Almsick zu Beginn ihrer Karriere und dann wieder von 2000 bis 2004.

Und er machte Steffen zum Star und führte sie 2008 bei Olympia in Peking zum doppelten Coup 47466(DIASHOW: Das ist so geil).

Trainer mit Hochschulstudium

Ob die tägliche Arbeit von Steffen und Warnatzsch durch die Entscheidung des DSV beeinflusst wird, muss sich zeigen.

Der DSV setzt zwar in Zukunft auf Stützpunkttraining, will erfolgreiche Gespanne aber nicht auseinanderreißen. "Wir vertrauen ihnen, wenn wir von ihrem Modell überzeugt sind", sagte Lange.

Andererseits scheint man beim DSV von Warnatzsch eben nicht mehr voll überzeugt zu sein.

Buschkow setzt an den Stützpunkten unter anderem auf jüngere Trainer mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium. Warnatzsch fiel durch dieses Raster.

Diskussion über DDR-Trainer

"Er soll als Heimtrainer von Britta Steffen weiter in unser Konzept eingebunden werden. In welcher Form, das hat für mich nicht oberste Priorität", erklärte Buschkow: "Klar, dass es für einzelne weh tut, alte Privilegien zu verlieren, aber auf Emotionen kann ich keine Rücksicht nehmen."

Die Personalie Warnatzsch birgt noch eine andere pikante Note.

Der Name des ehemaligen Stasi-Majors taucht auch im Zusammenhang mit der Diskussion über frühere DDR-Trainer und damalige vermeintliche Dopingpraktiken auf.

Warnatzsch ist nach eigener Aussage bereit, sich der Steiner-Kommission "zu stellen", die jene Zeit beleuchtet und aufarbeitet.

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