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Stelian Moculescu gewann mit Friedrichshafen 2007 die Champions League © getty

Haching verliert im ersten Spiel des Finals deutlich gegen Friedrichshafen, doch die Hachinger geben noch lange nicht auf.

Von Katrin Freiburghaus

München - "Der Zorn des Khan" lautet der Titel eines Star-Trek-Films, in dem die Besatzung der Enterprise ihren Widersacher Khan auf einem unwirtlichen Mond aussetzt.

Ein paar Jahre später taucht der Gute dann ziemlich humorlos wieder auf, um sich zu rächen.

Den Volleyballern von Generali Haching muss es im ersten Spiel der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft gegen Titelverteidiger VfB Friedrichshafen ähnlich vorgekommen sein.

Die Hachinger verloren 0:3 (18:25, 20:25, 25:27), womit sich der VfB für sein Pokal-Aus im Halbfinale in Unterhaching revanchierte.

"Nicht immer so schlecht"

Nach nur 86 Minuten hatte sich der Traum vom gelungenen Start in die Best-of-Five-Serie für den Pokalsieger erledigt, wobei die Hachinger erst im dritten Satz ebenbürtig waren.

"Wir können in Haching ja schließlich nicht immer so schlecht spielen wie im Pokal", begründete VfB-Coach Stelian Moculescu das klare Ergebnis. Doch auch sein Gegenüber Mihai Paduretu hielt sich trotz der Niederlage mit Kritik zurück.

"Wir müssen ein wenig lockerer werden und mehr Spaß am Spiel haben", sagte er, "ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen." Lediglich im Aufschlag waren die Hachinger weit unter ihren Möglichkeiten geblieben. Vielen Fehlern im Service stand nur ein einziges Ass gegenüber.

Ungleiches Duell

Den nervösen Gastgebern gelang zunächst auch im Angriff zu wenig, während die Star-Truppe aus Friedrichshafen ihre ganze Routine ausspielte.

Vor allem die Angreifer Sung-Min Moon und Georg Grozer stellten die Hachinger Verteidigung vor große Probleme. Grozer war mit 21 Punkten erfolgreichster Spieler der Partie.

In der Vorrunde hatte Haching Friedrichshafen vor eigenem Publikum noch 3:0 bezwungen, allerdings hatte der VfB auf seine Probleme in der Annahme reagiert und im Winter den niederländischen Nationalspieler Allan van de Loo verpflichtet.

Mögliche Vorentscheidung

Mit der Hachinger Heim-Niederlage ist womöglich bereits nach dem ersten Final-Duell eine Vorentscheidung gefallen, denn Friedrichshafen ist in der laufenden Saison in eigener Halle noch ungeschlagen.

Lediglich vier Sätze gab der VfB zu Hause bislang ab. Um das Finale für sich zu entscheiden, müsste Haching nach der Auftaktpleite nun aber mindestens eine Auswärtspartie am Bodensee gewinnen.

Von einer Unmöglichkeit, beim VfB zu gewinnen, wollten weder Paduretu noch Hachings Kapitän Marco Liefke etwas hören. "Wir wollen Meister werden und werden weiter alles dafür tun", sagte Paduretu.

Abo-Meister vom Bodensee

Liefkes Zuversicht speist sich sogar aus persönlicher Erfahrung: Der ehemalige Berliner holte mit dem SCC zwei Meistertitel - beim zweiten hieß der Gegner im Finale Friedrichshafen.

"Damals haben wir mit Berlin auch das erste Heimspiel verloren", sagte der 35 Jahre alte Diagonalangreifer und erweckte nicht den Eindruck, als lasse er sich von der ersten Hachinger Niederlage seit 16 Pflichspielen aus der Ruhe bringen.

Ob sich Geschichte tatsächlich wiederholt, wird im zweiten Finalspiel am Mittwoch in der Friedrichshafener Bodensee-Arena zu besichtigen sein.

Sollten sich die "Häfler" von den Hachingern nicht aufhalten lassen, wäre es der fünfte Meistertiel in Folge und der zehnte insgesamt.

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