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Mario Rodwald in Aktion © getty

Mario Rodwald ist Deutschlands bester Kitesurfer. Mit seinen 18 Jahren wurde er bereits zweimal Deutscher Meister der Herren, siegte einmal bei den Junioren. Im vergangenen Jahr feierte er mit dem fünften Rang beim Palmolive for Men Kitesurf World Cup in St. Peter-Ording seine beste Platzierung auf der World Tour. Was ?Super-Mario? noch alles vor hat, worauf er während eines Wettkampfes achtet und was Weltmeister Aaron Hadlow (noch) besser kann, verrät er im Interview.

Frage: Was fällt Dir zum World Cup in St. Peter-Ording ein?

Es ist der größte Event mit den meisten Zuschauern und auch was nebenbei passiert, ist krass. Das gilt auch für die Partys. Ich freue mich mega-mäßig und kann den Start kaum erwarten.

Frage: Im letzten Jahr wurdest Du hier sensationell Fünfter? Was hast Du dieses Mal vor?

Ich will wieder unter die Top Five. Und bei 4-5 Windstärken, glattem Wasser und einem 10er Kite mische ich vorne mit.

Frage: Du trainierst viel in St. Peter-Ording und kennst die Bedingungen...

?d i e Bedingungen gibt es hier nicht. Man hat mal leichten, dann wieder starken Wind. Mal gibt es Wellen, dann wieder keine. Die Vorbereitung ist sehr komplex, man muss mit allem rechnen.

Frage: Wie war Deine Saisonvorbereitung?

Im Herbst war ich in Brasilien, im Winter in Australien, danach in Ägypten und Frankreich. Jetzt trainiere ich auf Fehmarn oder in St. Peter-Ording. Da ich noch zur Schule gehe, lege ich die Trainingsaufenthalte in die Ferien. Zum Glück kriege ich zwischendurch auch mal ein paar Tage frei. Meine Sponsoren helfen mir viel, sonst könnte ich das alles nicht bezahlen.

Frage: Du gehst in die 12. Klasse, machst im nächsten Jahr Abitur. Was kommt danach?

Ich will nach der Schule Kitesurf-Profi werden, zwei bis drei Jahre auf der World Tour mitfahren und danach Zahnmedizin studieren.

Frage: Muss sich dann der fünffache Weltmeister Aaron Hadlow warm anziehen?

Momentan ist er den meisten, auch mir, immer ein Stück voraus, weil er als Vollprofi den ganzen Winter lang trainieren kann. Im Wettkampf ist er nicht viel besser als die anderen, hält aber diesen minimalen Vorsprung weil er konstante Leistungen bringt. Aber mal sehen, was bei mir in zwei Jahren geht.

Frage: Kevin Langeree oder Aaron Hadlow dominieren die Freestyle-Szene. Welcher Style gefällt Dir besser?

Aarons Performance ist runder, er geht ohne Übergang von einem Trick in den nächsten.

Frage: Du bis Freestyle-Spezialist. Was ist mit dem Racing?

Racing ist eine spannende Disziplin, für die Zuschauer gut nachvollziehbar. Aber das Material spielt eine große Rolle. Ich brauche da ein speziell auf mich zugeschnittenes Raceboard.

Frage: Denkst Du im Wettkampf nur an die eigene Performance oder beobachtest Du den Gegner?

Während eines Sprungs konzentriere ich mich ganz auf meinen Bewegungsablauf. Aber wenn ich für den nächsten Trick Höhe laufe, beobachte ich meinen Kontrahenten, damit ich auf bestimmte Moves von ihm reagieren kann.

Frage: Du hast als Zehnjähriger mit dem Kiten angefangen? Was hat sich seitdem verändert?

Der Sport boomt immer noch, viele Leute belegen Kurse, super viele Kites werden verkauft.

Frage: Welche Sportart reizt Dich neben dem Kitesurfen?

Das Fliegen hat es mir angetan. Ich würde gern Paragliding lernen oder später, wenn ich Geld verdiene, Kunstflug machen.

Frage: Du bist ständig unterwegs. Vermisst Du manchmal Dein Zuhause?

Es ist schön, so viel zu reisen und immer wieder neue Leute kennen zu lernen. Manchmal vermisse ich das gute Essen meiner Mutter und die Schule. Die ist auch ganz witzig.

Frage: Hast Du neben Board und Kite auch Schulbücher im Gepäck?

Klar, im Flieger oder im Zug lerne ich schon mal. Während eines Events wird es schon schwieriger. Um am Strand in der Sonne zu lernen, muss man ganz schönen Ehrgeiz haben. Das ist nicht immer ganz einfach.

Frage: Wie bist Du in der Schule?

Ich habe einen Schnitt von 1.7, mag besonders Mathe und Englisch.

Frage: Dann kannst Du doch auch Professor werden?

Im Winter hat man mich auf eine Begabtenschule eingeladen. Ich habe gesagt: Dazu habe ich keinen Bock, ich will Kiten.

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