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Lokalmatador Iouri Podladtchikov crossover.champ © Sport2

freestyle.ch - Freitag bis Sonntag gab es in Zürich und Umland nur einen Platz für alle Menschen zwischen 16 und 35 Jahren, die sich auch nur annähernd für Boardsport interessieren: die Landiwiese. Ein Fleckchen Erde am Zürichsee wurde drei Tage lang von sage und schriebe 47.000 Zuschauern belagert.

Die Züricher Innenstadt war dicht. Richtig dicht. Aber dem Herrgott sei Dank: er hat die Presseparkplätze erschaffen. So konnten auch wir Zeitzeugen werden wie der Snowboarder Eero Ettala aus Finnland, der Freeskier Sammy Carlson aus den USA, der FMX-Pilot Dany Torres aus Spanien und der Skateboarder Jean-Paul Ronchetti von der Insel Britannien sich den Titel «freestyle.champ» in ihren jeweiligen Disziplinen holten.

Auch die Live-Musik von Stress, Phenomden und The Vibes hatte es in sich. Blieb außer der schönen Erinnerung auch ein Piepen bis zum Montag zurück.

«Die Zuschauer schätzen den guten Mix aus Freestyle-Action mit den weltweit besten Athleten, starken Live-Konzerten und den neusten Trends in der Label World.» meint der zufriedene OK-Präsident Erwin Flury.

Zürcher Podladtchikov ist der ?crossover.champ?

Am Samstagabend herrschte Freestyle-Spirit pur auf der hell beleuchteten Landiwiese. Alles war bereit für die Nacht der Freestyle-Gladiatoren. Das Publikum selbst durfte für dieses Mal Judge spielen. Beim Show-Wettkampf über alle vier Disziplinen waren im Superfinal wie letztes Jahr alle vier Disziplinen vertreten: Snowboard durch Lokalmatador Iouri Podladtchikov, Freeski durch den 17-jährigen Bündner Elias Ambühl, FMX durch den frischgebackenen Vater Dany Torres aus Spanien und Skateboard durch den altbekannten Publikumsliebling Sandro Dias. Der Brasilianer holte sich den Titel des «crossover.champ» schon 2006 und 2008.

Am Ende entschieden sich die Zuschauer für den Zürcher Iouri Podladtchikov. Sie konnten sich dem Bann seines perfekt gestandenen Double Backside Rodeo nicht entziehen.

Skateboarden: Überraschung in der Vertramp

Bei den Skateboardern galt der Brasilianer Sandro Dias als Favorit. Bei seinen extrem hohen Sprüngen in der Vertramp kam das Publikum nicht mehr aus dem Staunen heraus. Doch im Superfinale fand er nicht zu seinen Höchstleistungen und stürzte bei seinen 900er Versuchen. Paul-Luc Ronchetti nutze die Gunst der Stunde und krönte so seine Leistungssteigerung während des Contests. Mit einem 720 und einem hohen 540 Varial holte sich der 16 Jahre junge Brite den Titel. «Gegen Sandro Dias, einem Idol aus meiner Kindheit, zu gewinnen, macht mich sehr stolz», freute sich Paul-Luc Ronchetti.

Knapp, knapper ? Freeski beim freestyle.ch

In einer atemberaubenden Show wurde der Sieger bei den Freeskiern erkoren. Sammy Carlson verwies den Schweizer Elias Ambühl mit bloß einem Pünktchen Vorsprung auf den 2. Platz.Was die Judges sagen, ist das Gesetz: Dem Double Cork 1080 von Carlson stand Ambühls Switch Double Cork 1080 gegenüber. Am Schluss konnte der Freeskier aus den USA mit seinem Style-Element überzeugen und den Titel «freestyle.champ» einheimsen. «Der Sieg war wertvoll für mein Selbstvertrauen. Nun bin ich ready für die X-Games», meint Carlson.

Viva Espana ? der FMX Dirt Jump

Die vier im Superfinal verbliebenen FMX-Piloten hiessen Daisuke Suzuki (JPN), Charles Pagès (FRA), Dany Torres aus Spanien und der Westschweizer Mat Rebeaud, der natürlich das Publikum auf seiner Seite hatte. Dany Torres bewegte sich stets auf einem hohen Niveau, hatte aber immer wieder neue Varianten auf Lager. Sein Repertoire an Backflip-Combos wie Lazyboy und Cliffhanger bescherten ihm den Titel «freestyle.champ». «Cool, dass ich heute Pagès schlagen und gewinnen konnte», so der Spanier. «Ich werde sicher wiederkommen!»

Snowboarden: ein Sport in finnischer Hand

Ein schweizer Sieg wäre a) soooo schön und b) soo nah gewesen: waren doch mit Christian Haller und Iouri Podladtchikov zwei Schweizer vertreten. Den Sieg holte sich verdientermaßen der Routinier aus Helsinki und Sieger von 2006, Eero Ettala (17). Die Trick Kombi: Backside 1080 Mute und Switch Double Cork 1080. Niemand konnte den Trick dermassen in die Höhe und Weite ziehen wie der Finne. «Wahnsinn, dass ich diesen Trick stehen konnte. Das wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein», meinte ein glücklicher Ettala. Der Anfang vom Ende oder wie? NEIN! Es geht weiter!!!!

Der Freestyle-Tross wandert nach Berlin. Vom 9. bis zum 11. Oktober findet auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof zum ersten Mal freestyle.berlin statt.

Mehr Infos unter sport2 Freestyle.berlin

Autoren: Andrea Lakeberg / Maurus StrobelFotocredit: Marc Weiler und Marc Zander

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