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Freeriding ist Alines Leben © Sport2

Die Freeride World Tour (FWT) wurde 2008 gegründet und fand die Begeisterung der Weltelite der Freeridern - Skifahrer und Snowboarder. Die Teams touren um die Welt, um auf den extremsten Hängen den Weltmeistertitel zu erkämpfen.

Aline Bock ist die Überraschung der Freeride World Tour 2009.

Mutig, neugierig und ganz ohne Erwartungen wagte die ehemalige Freestyle Snowboarderin letzten Winter den Sprung in die hochalpine Freeride Welt und landete direkt auf dem zweiten Platz der Weltrangliste. Auch in diesem Jahr ist Spannung vorprogrammiert. Für die Freeride World Tour 2010 hat sich die 27jährige "Rookie"- Freeriderin wieder einiges vorgenommen!

Den Begriff "Angst" hat Aline Bock aus ihrem Wortschatz gestrichen. Wenn sie Wettkampfluft schnuppert, dann ist sie zu Höchstleistungen fähig. Dies hat die ehemalige Freestyle Snowboarderin schon mit zahlreichen Platzierungen in der Halfpipe und im Slopestyle unter Beweis gestellt. Die Eintrittskarte für die Freeride World Tour war eine Wildcard, die sie sich mit dem 1. Platz bei einem Snowboard Freeride World Qualifier Event in Schruns/Montafon und einem 2. Platz beim Stimorol Engadin Snow, einem kombinierten Freestyle und Freeride Contest, verdient hatte.

Ihren Einstand als Freeriderin in der Weltelite feierte die sympathische Überlingerin dann beim ersten Tourstop im russischen Sochi mit einem Sieg, indem sie mit einer einzigartigen Kombination aus Freestyle und Freeride Elementen auf einer geschickt ausgewählten Linie überzeugte. Mit mehreren Siegen und Podiumsplatzierungen bei den Wettbewerben der Freeride World Tour sicherte sich Aline in ihrer ersten Saison den 2. Platz und verdiente sich somit den Titel der Vize Weltmeisterin Snowboard in der Gesamtwertung der Freeride World Tour 2009. Am 21. Januar geht es wieder los?..

HARD FACTS ALINE BOCK

Name: Aline Bock Geburtstag: 23.07.1982Daheim in: Innsbruck/Österreich und Überlingen/Deutschland Snowboarden seit: 1996Lieblings Trick: Powder Turn, Backside 180 nose, Method AirsLieblings Freeride Spot: Innsbruck/Nordpark, Arlberg/ Sonnenkopf Lieblings Snowpark: Vans Penken Park Mayrhofen, Nordpark InnsbruckBoard of Choice: Völkl Cashew 157, 162 Freeride Ausrüstung: Ortovox S1 Scanner, Professional Alu Lawinenschaufel, Ortovox Carbonsonde mit pfs-Spannsystem

Interview mit ALINE BOCK

Wann und wie hast du mit dem Snowboarden angefangen?

"1994 stand ich zum ersten Mal auf einem Snowboard, das mein Vater meinen Geschwistern und mir unter den Weihnachtsbaum gelegt hatte. Eigentlich fuhr die ganze Familie Ski. Mein Vater meinte dennoch, wir sollten mal was Neues ausprobieren. Wir hatten damals keine Ahnung, dass es von Bedeutung ist, in welcher Richtung man auf dem Brett steht, die Begriffe Goofy und Regular waren Fremdwörter. Obwohl ich eigentlich bewegungsbegabt und Feuer und Flamme war, hatte ich große Schwierigkeiten, einige Meter am Stück zu fahren. Erst als mir klar wurde, dass ich mich als Linkshänderin vielleicht einmal mit dem anderen Fuss nach vorne auf das Brett stellen sollte, ging es bergauf.?

Wie bist du vom Freestyle zum Freeriden gekommen?

"Mit 15 Jahren habe ich angefangen, Halfpipe-Contests zu fahren und war neben Schule und Uni bei Slopestyle-Events am Start. Irgendwann habe ich dann realisiert, dass ich bei den Wettbewerben unter den Älteren bin und stand vor der Frage: was kommt jetzt? Als ich schon so weit war, den Job in den Mittelpunkt meines zukünftigen Lebens stellen und das Snowboarden nur noch hobbymäßig zu betreiben, kam die letzte Saison, mein bestes und erfolgreichstes Jahr. Die Inspiration und Motivation, an Freeride-Wettbewerben teilzunehmen, kam von einer skifahrenden Freundin, die in dieser Szene schon heimisch war. Ich selbst war zwar auch mit Freunden viel im Tiefschnee unterwegs, an solchen Contests hatte ich jedoch noch nie teilgenommen. Beim Freeriden dreht sich viel um Erfahrung. Wie schätzt man den Berg ein, den Schnee, den Wind, wie sein eigenes Fahrkönnen. Hier kann man im Gelände kreativ sein und Tricks aus dem Freestyle mit einbauen. Die bisher gemachten Erfahrungen zahlten sich aus."

Was nimmst Du alles mit auf den Berg?

"Fürs Backcountry ein absolutes MUSS: Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), Schaufel, Sonde - und der Umgang mit diesen Geräten sollte häufig geübt werden!!! - Helm, Handy, Getränk(e) - und nicht zu vergessen: ich habe immer ein Stück Schokolade dabei."

Was machst du, wenn du nicht Snowboard fährst?

"Neben dem Snowboarden habe ich noch eine weitere Leidenschaft: das Wellenreiten. Ich liebe das Meer genauso wie die Berge und brauche im Sommer den Strand und die Wellen, um neue Energie für die nächste Wintersaison zu tanken."

Erfolge:

VIZE Weltmeisterin Freeride Snowboard 2009

2009 4. Freeride World Tour - Verbier/Schweiz 3. Freeride World Qualifier - Chamonix/Frankreich 2. Freeride World Tour - Squaw Valley/Usa 1. Freeride Engadin Snow - St Moritz/Schweiz 1. Freeride World Qualifier Jasna Adrenaline - Jasna/Slowakei 1. Freeride World Tour - Sochi/Russland

2008 2. Freeride Engadin Snow - St Moritz/Schweiz 1. Freestyle Engadin Snow - St Moritz/Schweiz 1. Freeride World Qualifier - Montafon/Österreich 3. Slopestyle Austrian Masters - Kühtai/Österreich

2004

1. Slopestyle Nice and Landed - Lech/Österreich

1999

11. Halfpipe Junior World Championships - Telluride/USA 1. Halfpipe Deutsche Jugendmeisterschaft - Oberstdorf/Deutschland

1998

1. Quaterpipe Wettbewerb - Bregenz/Österreich

Autor: Pia SchröterFotocredit: Daniel Zangerl

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