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200 000 Zuschauer sahen das Finale der Red Bull Air Race Championship in Perth. © SPORT1

Perth - Hannes Arch gewinnt als erster Europäer die Gesamtwertung des Red Bull Air Race. Damit ist er Weltmeister der schnellsten Rennserie. Bereits mit dem Einzug ins Finale der besten Acht Flieger, machte er alles klar. Der sichere Punktgewinn beraubte Paul Bonhomme aller WM-Träume.

Das Red Bull Air Race wird seit vier Jahren ausgetragen. Die Piloten durchfliegen auf Zeit einen durch aufblasbare Tore markierten Kurs. Bei Geschwindigkeiten um 400 Km/h und Gravitationskräften von bis zu 10G handelt es sich um einen absoluten Hochleistungssport. Nicht ohne Grund nennt man die Rennserie auch die "Formel Eins der Lüfte".

"Ich werde nicht übernervös und vorsichtig agieren, sondern versuchen, auf das Podest zu fliegen", lautete der Plan des Österreichers. Gesagt, getan. Natürlich flog er in Perth aufs Treppchen. Nicht nur das: Er durchflog den Parkour auf dem Swansea Lake in der schnellsten Zeit. Ausgebremst wurde er nur von einer Pylone, die er versehentlich streifte. "Das kann passieren. Der Wind war enorm stark und ich habe einmal zu spät reagiert. Ansonsten wäre ich wohl unschlagbar gewesen."

Wegen des Kontakts reichte es aber nur zum Dritten Platz. Der Sieg Paul Bonhommes vor 200.000 Zuschauern interessierte aber nur noch Statistiker. Der Star des Tages war eindeutig Hannes Arch. Zweiter in Perth wurde der Brite Nigel Lamb.

"Weltmeister, zwei Saisonsiege, fünf weitere Podestplätze und im letzten Rennen auch noch die schnellste Zeit. Was will man mehr?", strahlte Arch auf der Pressekonferenz in die Kameras. Zu Beginn der Rennserie zog Bonhomme souverän seine Kreise am Himmel und führte schnell. Aber dann kam der beeindruckende Schlussspurt des Österreichers.

Letztendlich brachte Arch sieben Punkte Vorsprung auf den Briten ins Ziel. Und wurde zum neuen Weltmeister gekrönt. "Wenn man vor zehntausenden Menschen aufs oberste WM-Podest gerufen wird und die österreichische Hymne hört, kommen einem die Gefühle einer ganzen Saison hoch. Da habe ich erstmals alles realisiert", beschrieb Arch seine Gefühle.

Bonhomme blieb damit wieder einmal, nach 2007, nur der Vizetitel. Im Letzten Jahr verlor er in einem Herzschlagfinale gegen den Amerikaner Mike Mangold in letzter Sekunde den sicher geglaubten Titel. Bisher scheint es, als ob der Titelgewinn für ihn ein Luftschloss ist. Dritter in der Endabrechnung wurde ebenfalls ein Amerikaner: Kirby Cambliss. Mangold landete als amtierender Titelträger auf dem vierten Platz.

Arch wäre nicht Arch, wenn er nicht schon wieder einen Schritt weiterdenken würde: "Am Freitag möchte ich wieder in Österreich sein. Dann beginnen wir sofort weiter an der Edge 540 für 2009 zu arbeiten. Ich will den Titel verteidigen. Da darf man sich keine Pause leisten."

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Fotos © Red Bull Air Race / Daniel Grund

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