Für Spitzensportler aus Europa soll Wien bereits früher als bisher angenommen Anlaufstelle für Blutdoping gewesen sein.

Das berichtete Skilanglauf-Trainer Franz Gattermann in einem ARD-Bericht. "Unmittelbar nach den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City wurde mir von Norwegern glaubhaft versichert, dass internationale Sportstars bei einer Adresse in Wien für Manipulationen aus und ein gingen, um Manipulationen vornehmen zu lassen", sagte Gattermann.

Da die Abnahme und Zurückführung roter Blutkörperchen für Dopingzwecke Zeitintervalle über mehrere Monate erfordern, müssten demnach Blutdoping-Praktiken schon vor 2002 begonnen haben.

Die Wiener Blutbank Humanplasma, die nach staatsanwaltlichen Ermittlungen als Anlaufstelle für Blutdoping von Topsportlern fungiert hatte, bestritt in dem ARD-Beitrag, über die bisher bekannte Zeitspanne zwischen Ende 2003 und Anfang 2006 hinaus an Aktivitäten im Zusammenhang mit Doping beteiligt gewesen zu sein. Das Unternehmen hatte für diesen Zeitraum eingeräumt, dass Blutabnahmen an bis zu 30 Sportler in ihren Räumlichkeiten stattgefunden hätten.

Gerüchte, wonach deutsche Athleten bei Humanplasma Blutmanipulationen haben vornehmen lassen, bestätigten sich bisher nicht. Der Geschäftsführer der NADA Austria, Andreas Schwab, sagte nach Durchsicht der Hälfte der Akten: "Es gibt keine Namen in den Akten, die uns zur Verfügung gestellt wurden, die deutsche Sportler betreffen."

Nach ARD-Informationen soll die Nationale Anti-Doping-Agentur Österreichs Informationen aus staatsanwaltlichen Ermittlungsakten über womöglich gedopte Sportler an Anti-Doping-Organisationen der jeweiligen Länder übermittelt.

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