Beim ersten öffentlichen Auftritt der iranischen Rugby-Nationalmannschaft der Frauen in der westlichen Welt spielten sich gespenstische Szenen ab.

Mit einem grauen Schleier, der Kopf und Schultern bedeckte, und im roten Trainingsanzug liefen die streng gläubigen Gäste-Spielerinnen in der Dolomiten-Ortschaft Cortina d'Ampezzo über den Platz und jagten dem Ei hinterher.

"Für uns ist dieses Spiel in Italien eine neue und wunderschöne Erfahrung. Wir sind es gewohnt, mit dem Schleier zu spielen, er ist kein Handicap", sagte Irans Spielführerin Zohe Eyni auf bohrende Nachfragen.

Rugby und Religion, wie passt das zusammen? Dazu meinte Eyni: "Für uns ist es wichtig, unsere Sportkultur in Staaten zu bringen, in denen man mit dem Schleier spielen kann wie Italien." Geholfen hat es nicht. Die unverschleierten Italienerinnen gewannen 10:0.

7er-Rugby wurde ins Programm für die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro genommen. Die iranische Nationalmannschaft will sich das Olympia-Ticket in der Qualifikation sichern. Ob mit oder ohne Schleier bleibt abzuwarten.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel