Sportlich auf dem Vormarsch, in der Öffentlichkeit eine ganz kleine Nummer: Einen Monat vor der Judo-WM in Tokio (9. bis 13. September) hat Damen-Bundestrainer Michael Bazynski den mangelnden Stellenwert seiner Sportart in Deutschland kritisiert: "Wir können uns nur über bewegte Bilder in der Breite vermarkten. Da sieht es hier ganz schlecht aus, während in anderen Sportarten jede Kleinigkeit ein Thema ist."

Am Wochenende sind Bazynski und seine Schützlinge beim stark besetzten Europacup in Hamburg im Einsatz, doch das mediale Echo gerade in Sachen TV ist gering. Bei der WM im Judo-Mutterland dürfte sich das Interesse in ähnlich engen Grenzen halten, denn die Wettkämpfe finden in tiefster deutscher Nacht statt.

"Es ist nicht so, dass das Interesse nur in Japan, Korea oder China größer ist. Auch im Vergleich zu unseren Nachbarländern hinken wir weit hinterher", sagt Bazynski, "ob in den Niederlanden, Frankreich, Belgien oder vor allem in Österreich ist der Stellenwert ungleich größer. Und das merken wir über das Jahr hinweg an unseren finanziellen Möglichkeiten."

Den Hauptgrund für das öffentliche Desinteresse meint der 52-Jährige ausgemacht zu haben. `In Deutschland zählen nur Medaillen, am besten Olympiagold", sagt Bazynski, als Aktiver 1985 in Hamar Vizeeuropameister.

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