Der frühere DDR-Sportfunktionär Thomas Köhler hat in seiner am Mittwoch erscheinenden Autobiografie Doping von Minderjährigen im DDR-Sport zugegeben.

In seinem Buch "Zwei Seiten der Medaille" schildert der Rodel-Olympiasieger von 1968 unter anderem, wie bereits 16-Jährigen Dopingmittel verabreicht wurden. "Wenn Sportler bereits ab dem 16. Lebensjahr beteiligt wurden, geschah das vor allem unter Beachtung ihres biologischen Reifegrades", schreibt Köhler. Das sei vor allem im Schwimmen passiert.

Köhler schreibt, dass sich die DDR-Sportführung unter Leitung von DTSB-Präsident Manfred Ewald im flächendeckenden Staatsdoping "für den Einsatz ausgewählter anaboler Substanzen in einer Reihe von Sportarten" entschieden habe, um die Chancengleichheit im Ost-West-Vergleich zu gewährleisten.

"Wenn also die DDR weiterhin im internationalen Sportgeschehen erfolgreich mithalten wollte, blieb nichts weiter übrig, als den Einsatz von Dopingmitteln zu gestatten", schrieb der ehemalige Vizepräsident des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB).

Der heute 70 Jahre alte Köhler lebt als Pensionär in Berlin. 1984 in Sarajevo und 1988 in Calgary war er Chef de Mission der DDR-Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen.

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