Präsident Thomas Bach vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hat die Schilderungen zur Doping-Praxis in der DDR durch den früheren Sportfunktionär Thomas Köhler begrüßt.

"Die Aussagen von Thomas Köhler bringen mehr Klarheit in die Aufarbeitung der Dopinggeschichte", sagte Bach. Bach betonte, dass der DDR-Staatsplan für flächendeckendes Doping bekannt gewesen, genau wie das Doping auch an Minderjährigen bereits in Prozessen in den 90er Jahren aufgedeckt worden sei.

"Aber die sportpolitisch Verantwortlichen der früheren DDR haben das immer weitgehend geleugnet", sagte der IOC-Vizepräsident. Wie Bach betonte, habe der DOSB bekanntlich die wissenschaftliche Aufarbeitung von Doping in Deutschland - und zwar ausdrücklich in Ost und in West - in Auftrag geben lassen. "Weitere Aussagen wie die von Herrn Köhler könnten die Aufarbeitung fördern", sagte Bach.

Köhler hat in seiner am Freitag erscheinenden Autobiografie Doping von Minderjährigen im DDR-Sport zugegeben. In seinem Buch "Zwei Seiten der Medaille" schildert der Rodel-Olympiasieger von 1964 und 1968 unter anderem, wie bereits 16-Jährigen Dopingmittel verabreicht wurden.

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