Der ehemalige Spitzenfunktionär Thomas Köhler hat sich nach seinen Dopingenthüllungen bei den Opfern des DDR-Staatsdopings entschuldigt.

"Das tut mir sehr leid. Dass wir im Nachhinein gemerkt haben, dass wir eine Reihe von Fehlern und Versäumnisse zugelassen haben, auch einige Dinge unterschätzt haben, Auswüchse unterschätzt haben - das tut mir sehr leid", sagte der ehemalige Vizepräsident des Deutschen Turn- und Sport-Bundes dem "WDR": "Ich entschuldige mich bei den Opfern, die es tatsächlich gab."

In seiner Autobiografie "Zwei Seiten der Medaille" hatte der Rodel-Olympiasieger von 1964 und 1968 flächendeckendes Staatsdoping und auch Doping von Minderjährigen im DDR-Sport zugegeben.

"Wenn Sportler bereits ab dem 16. Lebensjahr beteiligt wurden, geschah das vor allem unter Beachtung ihres biologischen Reifegrades", schreibt Köhler. Dies sei vor allem im Schwimmen passiert.

Köhler schreibt weiter, dass sich die DDR-Sportführung unter Leitung von DTSB-Präsident Manfred Ewald "für den Einsatz ausgewählter anaboler Substanzen in einer Reihe von Sportarten" entschieden habe, um die Chancengleichheit im Ost-West-Vergleich zu gewährleisten. "Wenn also die DDR weiterhin im internationalen Sportgeschehen erfolgreich mithalten wollte, blieb nichts weiter übrig, als den Einsatz von Dopingmitteln zu gestatten", so Köhler.

Der heute 70 Jahre alte Köhler lebt als Pensionär in Berlin. 1984 in Sarajevo und 1988 in Calgary war er Chef de Mission der DDR-Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen. Sein Buch erscheint am Donnerstag.

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