Winfried Hermann, sportpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag, hat den einstigen Sportfunktionär Thomas Köhler für dessen Äußerungen zu Doping-Praktiken in der DDR scharf kritisiert.

"Wer Hoffnung auf Aufklärung des DDR-Staatsdopings hatte, sieht sich getäuscht", sagte Hermann.

Der Sport-Experte sprach davon, dass das Buch von Köhler den Anschein erwecke, als würde jemand sein Gewissen erleichtern wollen, ohne Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen.

"Perfide wird es dann, wenn Opfer zu Mittätern gemacht werden. Wie Stasi-Akten vielfach belegen, waren vor allem jugendliche Sportler ahnungslos über die Doping-Substanzen, die ihnen verabreicht wurden, und deren Folgen", sagte Hermann.

Der frühere DDR-Sportfunktionär Köhler hat in seiner Autobiografie Doping von Minderjährigen im DDR-Sport zugegeben. In seinem Buch "Zwei Seiten der Medaille" schildert der Rodel-Olympiasieger unter anderem, wie bereits 16-Jährigen Dopingmittel verabreicht wurden.

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