Skisprung-Olympiasieger Hans-Georg Aschenbach widerspricht den "legendenbildenden" Kernaussagen des früheren DDR-Sportfunktionärs Thomas Köhler in dessen kürzlich erschienenem Buch.

"Herr Köhler leidet medizinisch gesehen an einem Münchhausen-Syndrom", sagt Aschenbach: "Er hat nichts dazugelernt und lügt in seinem Buch weiter."

Der promovierte Mediziner Hans-Georg Aschenbach, geboren am 25. Oktober 1951 in Brotterode/Thüringen und Olympiasieger 1976 in Innsbruck, war nach seiner aktiven Zeit Mannschaftsarzt der DDR-Skispringer. Im Sommer 1989 hatte Aschenbach erstmals öffentlich über flächendeckendes Doping in der DDR berichtet.

Das habe es in dieser Form anderen Ländern nicht gegeben, sagte der 58-Jährige: "Ein flächendeckendes Doping war überhaupt nur durch die Voraussetzungen möglich, die von der DDR seinerzeit geschaffen worden sind. Doping war eine Staatsdoktrin."

Es sei auch keinesfalls wie von Köhler beschrieben so gewesen, dass die DDR den Dopingpraktiken des Westens nur gefolgt sei, um ihren Sportlern die Chancengleichheit zu erhalten. "Die DDR hat Doping in allen Bereichen und Altersklassen überhaupt erst erfunden", so Aschenbach.

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