Die vor wenigen Tagen beendeten Commonwealth-Spiele in Neu Delhi sehen sich erneut Korruptionsvorwürfen ausgesetzt. Einem Medienbericht zufolge wurden einem Mitglied der indischen Regierung Hinweise auf Veruntreuung in riesigem Ausmaß bei der Organisation der Spiele zugetragen.

Wie die indische Nachrichtenagentur "Press Trust of India" berichtet, soll ein Informant von einer Summe zwischen rund 800 Millionen bis 1,3 Milliarden Euro gesprochen haben. Die exakte Summe könne erst nach Abschluss noch laufender Untersuchungen genannt werden.

Die vom 3. bis zum 14. Oktober ausgetragenen Spiele, an denen Sportler aus 71 Nationen teilnahmen, waren die kostspieligsten Commonwealth Games der Geschichte.

Der ursprünglich veranschlagte Etat von 1,45 Milliarden Euro soll nach Schätzungen auf das Dreifache angestiegen sein. Negative Höhepunkte waren neben Organisationspannen und verseuchtem Wasser, das zur Erkrankung Dutzender Athleten führte, vier Dopingfälle.

Chef-Organisator Suresh Kalmadi musste sich nur drei Tage nach Ende der Spiele gegen Korruptionsvorwürfe wehren. Die Regierung wirft ihm unter anderem Betrügereien im Zusammenhang mit Baukosten und Zahlungen von Geschäftspartnern vor.

Kalmadi seinerseits bezichtigte die für die Spiele zuständige indische Ministerin Sheila Dikshit, sie zerstöre seinen Ruf, um die großen Probleme der Spiele sowie Korruption im eigenen Ministerium zu vertuschen.

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