Bei den deutschen Sportverbänden scheint im Kampf gegen Doping ein Lerneffekt eingetreten zu sein. Die Nationale Antidoping-Agentur (NADA) bescheinigte den Verbänden einen verbesserten Umgang mit den Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Das geht aus dem Jahresbericht der NADA für den Sportausschuss im Bundestag vor.

Während für das Jahr 2008 noch von 19 Verbänden wegen Verstößen gegen die WADA-Regeln Nachzahlungen eingefordert worden waren, ist es für das Jahr 2009 nur noch ein Verband.

Betroffen ist der nicht-olympische American Football Verband Deutschland (AFVD), der 700 Euro zurückzahlen soll. Für 2008 hatte der Bund von den 19 Verbänden rund 230.000 Euro an Rückzahlungen eingefordert. Dem AFVD wird vorgeworfen, seine Anti-Doping-Regeln erst am 31. Oktober 2009 rückwirkend zum 1. Januar beschlossen zu haben.

Derweil kritisierte der Sportwissenschaftler Perikles Simon von der Universität Mainz die Effizienz im Anti-Doping-Kampf angesichts der Kostenexplosion. Simon rechnete vor, dass die Kosten weltweit rund 300 Millionen US-Dollar pro Jahr betragen würden. Nur 0,3 Prozent der Tests seien positiv und führten zu Bestrafungen von Sportlern. "Das ist seit 20 Jahren so und daran hat sich nichts geändert", sagte Simon und zeichnete ein Bild der Stagnation.

Die NADA wehrte sich gegen die Kritik an der momentanen Praxis im Anti-Doping-Kampf. "Von völliger Ineffiktivität zu reden, geht absolut zu weit. Das muss ich entschieden zurückweisen", sagte die kommissarische NADA-Chefin Anja Berninger. Grünen-Sprecher Winfried Hermann verstand die Aussagen von Simon als "Provokation" und forderte: "Wir müssen schauen, ob die Mischung unserer Finanzierung die richtige ist."

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