Der amerikanische Olympia-Filmemacher Bud Greenspan ist tot. Greenspan erlag am ersten Weihnachtstag in seiner Heimat New York mit 84 Jahren den Folgen seiner Parkinson-Erkrankung.

Zu Greenspans bekanntesten Werken über die Olympischen Spiele gehörten die zehnteilige Reihe "The Olympiad" aus dem Jahr 1976, eine 22-stündige Dokumentation, die in 80 Ländern ausgestrahlt wurde, sowie sein 1966 ausgestrahlter Film über die Rückkehr von Leichtathletik-Legende Jesse Owens nach Berlin 30 Jahre nach dessen vierfachem Triumph bei den Spielen 1936.

Zuletzt war Greenspan bei den Winterspielen in diesem Februar in Vancouver im Einsatz.

Einer seiner beeindruckendsten Filmbeiträge war die Geschichte des tansanischen Marathonläufers John Stephen Akhwari, der bei den Spielen 1968 in Mexiko erst nach Einbruch der Dunkelheit und lange nach allen anderen Teilnehmern humpelnd und völlig erschöpft das Ziel erreichte.

Greenspan fragte Ahkwari, warum er nicht aufgegeben habe: "Er sagte mir: Mein Land hat mich auf eine 5000 Meilen lange Reise geschickt, um bei einem Rennen zu starten, nicht, um es vorzeitig aufzugeben. Das hat mich unglaublich beeindruckt."

Greenspan, der mit 21 Jahren als Radioreporter bei den Olympischen Spielen 1948 in London seine Karriere als Sportjournalist begann, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Olymischen Orden im Jahr 1985.

Der damalige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Juan Antonio Samaranch, würdigte Greenspan seinerzeit als "führenden Produzenten, Autor und Regisseur von Olympia-Filmen; doch vor allem ist er ein ewiger Freund der Olympischen Spiele."

Greenspans Dokumentationen konzentrierten sich vorwiegend auf die triumphalen Momente der Spiele, weshalb ihm Kritiker vorwarfen, den Sport durch eine rosarote Brille darzustellen.

"Es sind zwei Wochen der Liebe", sagte Greenspan einmal über die Olympischen Spiele: "Olympia ist wie das Neverland."

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