Grünen-Politiker Winfried Hermann hat als sportpolitischer Sprecher seiner Partei die personellen Wechselspiele bei der Nationalen-Anti-Doping-Agentur NADA kritisiert.

"Ich wundere mich schon, in welch kurzer Zeit sich dort die Strukturen ändern. Manchmal muss man sich fragen, ob nicht diejenigen, die permanent als Problemlöser auftreten, nicht das eigentliche Problem sind", sagte Hermann am Rande der Sportausschuss-Sitzung im Deutschen Bundestag, die sich in einer nicht-öffentlichen Sitzung mit dem Thema beschäftigte.

Am Dienstagabend hatte es erneut personelle Veränderungen in den Führungsgremien der NADA gegeben. Der Aufsichtsrat hatte sich konstituiert und den Rechtswissenschaftler Martin Nolte sowie Lars Mortsiefer als Vorstände berufen.

Nolte fungiert als Vorsitzender des Vorstandes, der bisherige NADA-Justiziar Mortsiefer als Mitglied.

Der Aufsichtsrat beschloss zudem, sich im Bewerbungsverfahren zur langfristigen Besetzung des Vorstandes extern beraten zu lassen.

"Die NADA ist arbeitsfähig, jetzt muss sie auch schauen, dass sie zukunftsfähig wird. Wenn das Bewerberverfahren beginnt, müssen am Ende vernünftige Lösungen vorliegen", sagte Dagmar Freitag (SPD), Vorsitzende des Sportausschusses.

Die Politiker ließen sich zudem auf den neuesten Stand des vom Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) initiierten Forschungsprojektes "Doping in Deutschland" bringen.

Bei dem im Herbst 2011 auslaufenden Vorhaben werden geschichtliche, rechtliche und ethische Aspekte zum Thema Doping in Westdeutschland untersucht.

"Forschungen belegen, dass schon in der Nachkriegszeit Amphetamin-Missbrauch zum Alltag im Leistungsport gehörte", sagte Giselher Spitzer, Doping-Experte und Sportwissenschaftler der Humboldt-Universität in Berlin.

Spitzer wies nach, dass in der Bundesrepublik spätestens seit Mitte der 60er-Jahre in olympischen Sportarten Anabolika angewendet wurden.

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