Acht Staatsanwaltschaften ermitteln derzeit bundesweit gegen 83 Verdächtige, die mit Dopingmitteln gehandelt haben sollen.

Dies berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Abnehmer der illegal vertriebenen Medikamente waren demnach rund 3000 Sportler, darunter Marathonläufer, Triathleten und Gewichtheber.

Auslöser der Verfahren in Stuttgart, Berlin, Potsdam, Frankfurt/Main, Kiel, Leverkusen, Bochum und Köln war der Fall des nahe Gießen ansässigen Dopinglabors International Pharmaceuticals (IP), das Zollfahnder vor sechs Monaten ausgehoben hatten.

Bei einer Razzia hatten die Beamten dort rund fünf Millionen Pillen, Kapseln und Ampullen sichergestellt, gefüllt mit überwiegend anabolen Stoffen. Der Marktwert der Arzneimittel soll rund zehn Millionen Euro betragen haben.

Seit vorigem Freitag muss sich der IP-Firmengründer und frühere Geschäftsführer vor dem Landgericht Gießen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz in besonders schweren Fällen und der Steuerhinterziehung verantworten. Ob sich der Handel auch in den Profisport erstreckte, ist noch unklar.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel