Die Untersuchungskommission zum Tod des US-Schwimmers Francis Crippen hat den Weltverband FINA zu Änderungen des Regelwerks aufgerufen und unzureichende Sicherheitsvorkehrungen angeprangert.

"Es bedarf einer organisatorischen Verpflichtung, die Sicherheit der Athleten als oberste Priorität zu erachten", heißt es in dem Bericht, der knapp ein halbes Jahr nach Crippens Tod durch Ertrinken beim Weltcup in Fudschaira (Vereinigte Arabische Emirate) erschien: "Diese Verpflichtung muss bei der FINA-Leitung beginnen."

Die Kommission rät der FINA, eine Abteilung zu gründen, die sich mit Sicherheitsfragen bei Freiwasser-Wettkämpfen beschäftigt. "Das Ziel ist, die Risiken auf ein Minimum zu reduzieren", heißt es in den Empfehlungen.

Derzeit seien die Sicherheits-Regeln teilweise zu vage formuliert. Die FINA schreibe zum Beispiel nicht konkret vor, wie viele Rettungsboote während Langstreckenrennen eingesetzt werden und welche Ausbildung die Sanitäter vorweisen müssen. Außerdem forderten die Experten Wassertemperaturgrenzen von 18 und 28 Grad.

Nach der Tragödie hatte sich auch Rekord-Weltmeister Thomas Lurz (Würzburg) für schnelle Regeländerungen ausgesprochen.

"Es muss beim Freiwasserschwimmen eine Obergrenze für die Wassertemperatur geben", sagte Lurz: "Einen Marathon läuft man ja auch nicht um die Mittagszeit."

Das Wasser in Fudschaira sei mit über 30 Grad Celcius extrem warm gewesen: "Viele Schwimmer hatten damit ein ernsthaftes Problem, einige klagten anschließend über Schwindel und Wahrnehmungsstörungen."

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