Das ostdeutsche Radsport-Idol Gustav-Adolf "Täve" Schur hat angesichts seiner Nicht-Berücksichtigung für die Hall of Fame des deutschen Sports das Auswahlverfahren kritisiert.

"Es haben ein paar Herren entschieden, die vom Sport keine Ahnung haben, es ist eine politische Entscheidung, die die treffen. Ich habe keine Ahnung, was die denken, wenn sie überhaupt denken", sagte der 80 Jahre alte Schur dem "Münchner Merkur".

Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass das Gremium, das über die Aufnahme in die Ruhmeshalle entscheidet, "mehr Durchblick hat und eine reelle Entscheidung für die Sportler trifft".

Schur hatte in der vergangenen Woche ein Schreiben der Deutschen Olympischen Gellschaft erhalten, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass er von der Kandidatenliste gestrichen und damit auch von der Verleihung der "Goldenen Sportpyramide" am Freitag in Berlin ausgeladen sei.

Zuvor hatte der Verein für Dopingopfer-Hilfe gegen eine Aufnahme von Schur in die Ruhmeshall protestiert, da dieser eine "zentrale Propagandafigur des kriminellen DDR-Sports" gewesen sei.

Schur war von 1959 bis 1990 Mitglied der Volkskammer der DDR. Darüber hinaus saß er von 1998 bis 2002 für die PDS im deutschen Bundestag.

Während seiner aktiven Zeit gewann Schur zweimal die Friedensfahrt (1955, 1959), zudem zweimal die Straßen-Weltmeisterschaft der Amateure (1958, 1959).

Den Gipfel seiner Beliebtheit in der DDR erreichte er, als er bei der WM 1960 auf dem Sachsenring aus taktischen Gründen auf seine Goldchance verzichtete und seinem Mannschaftskollegen Bernhard Eckstein zum Sieg verhalf.

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