Der internationale Datenklau hat offensichtlich auch den Sport erreicht. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wurden das Internationale Olympische Komitee (IOC), die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und mehrere Nationale Olympische Komitees Opfer von Hacker-Angriffen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ist anscheinend nicht betroffen.

Das kalifornische Software-Unternehmen McAfee berichtet, dass 72 Sport-Organisationen in den vergangenen fünf Jahren ausspioniert wurden. Sicherheitsexperte Dmitri Alperovich bestätigte, dass Informationen auf einen fremden Server übertragen wurden und vermutet einen staatlichen Hintergrund.

"Das Interesse an den Informationen asiatischer und westlicher NOK, genau wie des IOC und der WADA in der Zeit vor und direkt nach den Olympischen Spielen 2008 (in Peking) war besonders faszinierend und deutete darauf hin, dass hinter dem Eindringen ein staatlicher Auftrag steht", schreibt McAfees Vize-Präsident zur Erforschung von Netzwerk-Bedrohungen in seinem Bericht. Laut Alperovich sei der DOSB bislang nicht betroffen.

Wo genau der Zentralrechner der Hackerorganisation steht, ist nicht bekannt. Laut "FAZ" haben mehrere amerikanische Experten den Standort in China ausgemacht. Eine Firma, die ebenfalls dem Datenklau auf der Spur war, erklärte der Nachrichtenagentur "Bloomberg", es gebe Hinweise auf Server in Schanghai und Peking.

Das IOC sieht den Vorfall gelassen, da die Hacker auf den Servern des Olympischen Dachverbandes nur einen Monat lang unterwegs waren. "Wenn sich der Verdacht bestätigen würde, wäre das natürlich verstörend. Allerdings ist das IOC transparent und hat keine Geheimnisse, die seine Handlungen oder seinen Ruf komprimittieren könnten", sagte IOC-Sprecher Mark Adams.

Die WADA soll unterdessen 14 Monate lang Opfer der Angriffe geworden sein, beginnend allerdings erst ein Jahr nach den Olympischen Spielen in Peking.

Für Generaldirektor David Howman ist besonders besorgniserregend, dass bereits im Februar 2008 ins "Mail-System der WADA eingedrungen" wurde. "Deswegen haben wir bei der Polizei in Quebec Anzeige erstattet und bei einer FBI-Untersuchung mitgewirkt", sagte Howman.

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