David Howman, Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), hat einen effizienteren Dopingkampf eingefordert.

"Glaubt ihr denn wirklich, wir hätten die Möglichkeiten, einen findigen Dopingsünder zu verfolgen? Ich glaube, wir haben sie nicht", sagte der Neuseeländer in Paris auf einer Pressekonferenz den Repräsentanten der Länder, die zuvor die UNESCO-Konvention gegen Doping im Sport unterzeichnet hatten.

"Wir bekommen die dummen Doper, aber nicht die klugen", so Howman. Im vergangenen Jahr wurden weltweit 258.267 Dopingstests durchgeführt, nur 36 waren positiv auf Epo.

"Das ist ihr beliebtestes Mittel", sagte Howman über das Blutdopingmittel, "wir müssen die Nachweisqualität verbessern und effizienter machen, wenn wir den Kampf weiter annehmen wollen."

David Howman verwies auch auf die Bedeutung der Strafverfolgung von Ärzten, Trainern, Managern und all denen, die das Dopen unterstützten. "Wie vielen Ärzten und Anwälten wurde wegen ihrer Verstrickung in Dopingfälle das Handwerk gelegt?", fragte der WADA-Boss.

Die UNESCO-Konvention gegen Doping haben bislang 162 Länder unterschrieben, Belize und Bhutan stehen kurz davor. Doch Howman appellierte an die Regierungen, dass dies nicht genug sein, und forderte, den Dopingmissbrauch stärker in das nationale Strafrecht aufzunehmen.

"Der Handel mit Steroiden ist inzwischen lukrativer als der Handel mit Heroin", sagte Howman.

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