Eine missverständliche Pressemitteilung hat zu heftigen Turbulenzen beim Deutschen Ringer-Bund (DRB) gesorgt. Der DRB hatte am Freitagabend versehentlich die Trennung von Bundestrainer Maik Bullmann bekanntgegeben.

Tatsächlich wird der Olympiasieger von 1992 zwar degradiert und muss in die zweite Reihe rücken, dennoch bleibt der dreimalige Weltmeister einer der beiden Bundestrainer im griechisch-römischen Stil.

"Wenn man so will, kann man sagen, dass er ins zweite Glied rückt. Aber er bleibt im Trainerstab bei den Aktiven und beim Nachwuchs. Die Verantwortung wurde nun aber bei der Präsidiumstagung an Jannis Zamanduridis übertragen", sagte DRB-Präsident Manfred Werner.

Somit haben Bullmann und der frühere Vize-Weltmeister Zamanduridis faktisch die Positionen getauscht.

Der seit 2007 im Amt befindliche Bullmann hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, weil er den schlechten Zustand des Ringkampfsports in Deutschland angeprangert hatte. Allerdings konnte auch Bullmann für keine Verbesserung der Lage sorgen.

Die zurückliegenden Weltmeisterschaften im September in Istanbul waren die vierten Titelkämpfe ohne deutsche Medaille in Folge. Der DRB konnte sich lediglich einen Startplatz für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in London sichern und muss nun auf die Qualifikationsturniere im Frühjahr hoffen.

Mittlerweile wird es zudem immer wahrscheinlicher, dass der DRB ohne einen Sportdirektor in die Olympia-Saison gehen wird. "So sieht es momentan aus. Eine Personalie hätte gepasst, der Bewerber hat sich dann aber anders entschieden. Nun sind wir wieder offen", sagte Werner:

"Einen Schnellschuss wird es nicht geben, das ist mit dem DOSB so abgesprochen." Der DRB hatte sich Ende Juni vom erfolglosen Detlef Schmengler getrennt.

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