Claudia Pechstein hat in der Affäre um den Erfurter Arzt Andreas Franke E-Mails der Nationale Anti Doping Agentur (NADA) der Erfurter Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt, neue Erkenntnisse sind für die Ermittler aber wohl nicht zu erwarten. Daher reagierte die NADA gelassen auf die Weiterleitung Mails durch Pechstein-Anwalt Alexander Friedhoff.

"Der komplette E-Mailverkehr ist der Staatsanwaltschaft von der NADA schon im Mai und August 2011 zur Verfügung gestellt worden. Frau Pechsteins Forderung nach Veröffentlichung der Korrespondenz können wir - um die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht zu gefährden - nicht nachkommen", sagte NADA-Pressesprecher Berthold Mertes.

Bei der Staatsanwaltschaft war am Montagabend für eine Stellungnahme niemand zu erreichen.

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin hatte die NADA am Wochenende scharf angegriffen und vertrauliche E-Mails aus dem gegnerischen Lager veröffentlicht. Pechstein forderte zudem indirekt den Rücktritt von NADA-Vorstand Lars Mortsiefer. Ihm wirft sie Verschleierung sowie Irreführung der Staatsanwaltschaft Erfurt vor.

"Die Mails führen jedem deutlich vor Augen, mit welchen Mitteln die NADA agiert. Auf eigene Anfrage hat sie von der WADA im Januar 2010 die Auskunft erhalten, dass es keinen Grund gibt, zu glauben, dass die UV-Bestrahlung von Blut Doping darstellt", erklärte die 39-Jährige.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel