Konsequenzen aus der Erfurter Dopingaffäre: Das Bundesinnenministerium will die Aufsichtsstrukturen für die Olympiastützpunkte überprüfen.

Man habe sich vorgenommen, gemeinsam mit den Ländern zu überlegen, "wie wir die Aufsichtsstrukturen für die Olympiastützpunkte professionalisieren können", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Christoph Bergner, im Deutschlandfunk.

Bislang werden die Olympiastützpunkte durch das Bundesinnenministerium über Trägervereine finanziert, in denen Vertreter des Bundes, des Landes und des organisierten Sports vertreten sind. Der Bund trägt 70 bis 90 Prozent der Mittel.

Hinsichtlich der Vorfälle in Thüringen stellt sich laut Bergner die Frage, "wie im Rahmen solcher Aufsichtsstrukturen über bestimmte Praktiken, über bestimmte Fragen, die an Olympiastützpunkten auftauchen, wie das Niederschlag in bestimmten Aufsichtsstrukturen finden kann".

In der Erfurter Doping-Affäre soll Andreas F., Vertragsarzt am Olympiastützpunkt Thüringen, bei rund 30 Top-Athleten Blutmanipulationen mittels UV-Bestrahlung vorgenommen haben.

Das Bundesinnenministerium hat bereits eingeräumt, dass die Praktiken von F. aus Steuergeldern finanziert worden sind. Zur Höhe der Summe konnte Bergner keine Angaben machen:

"Ich kann jetzt im einzelnen nicht sagen, wieviel der Fördermittel des Bundes und des Landes hier speziell nun an Honoraren für den Arzt gelaufen sind."

Mit Beginn der Ermittlungen im April 2011 hat der Olympiastützpunkt Thüringen die Zusammenarbeit mit F. beendet. Bergner nannte das von dem Mediziner angewandte Verfahren "befremdlich".

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