Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) will die Erfurter Dopingaffäre trotz ihrer ungewissen Finanzlage abschließen und die betroffenen Sportler zur Rechenschaft ziehen.

"Am Geld darf und wird es nicht scheitern. Auf keinen Fall, das ist die ganz klare Aussage, die die NADA gibt", sagte die Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann.

Wenn Ressourcen abgezogen werden müssten, stellte Gotzmann klar, würde das fast ausschließlich den Bereich Dopingkontrollen betreffen: "Für mögliche weitere Erfurter Fälle werden wir das Geld aufbringen, das nötig ist."

Die "FAZ" hatte am Donnerstag unter Verweis auf angebliche Aussagen Gotzmanns während der Sitzung des Bundestag-Sportausschusses berichtet, dass sich das Defizit der NADA mit einem Schlag auf 2,6 Millionen Euro verdoppeln würde, sollten alle 30 Verfahren in der Causa Erfurt durchgeführt werden.

Genannt wurden unter anderem Kosten für Verfahrensführung und Gutachten. Gotzmann verwies auf die Vertraulichkeit der Sitzung und wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die ehemalige Basketball-Nationalspielerin Gotzmann, die seit September 2011 an der Spitze der NADA steht, blickt trotz aller Unwägbarkeiten demonstrativ zuversichtlich in die Zukunft.

"Wir werden gut dastehen, auch im internationalen Vergleich", sagte Gotzmann. Sie glaube nicht, dass die NADA in eine Situation geraten werde, "in der wir uns fragen müssen, ob das Ganze noch einen Sinn ergibt".

Der Mediziner Dr. F. hat zwischen 2006 und 2011 als Vertragsarzt am Olympiastützpunkt (OSP) Thüringen in Erfurt gearbeitet, der pro Jahr gut zwei Millionen Euro aus dem Etat des BMI erhält.

Bei mindestens 30 Athleten hat F. Blut entnommen, mit UV-Licht bestrahlt und reinjiziert, nach eigener Darstellung ausschließlich zur Behandlung von Infekten.

NADA und auch die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA sehen in der Methode einen Dopingverstoß.

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