Der Stachel über die Nichtnominierung für das olympische Luftgewehrschießen in London sitzt bei Sportschützin Sonja Pfeilschifter nach wie vor tief.

Die 41-Jährige, die vom Deutschen Schützenbund (DSB) im Januar lediglich für den Sportgewehr-Dreistellungskampf vorgeschlagen wurde, kritisierte den Verband scharf und glaubt an persönliche Vorbehalte gegen ihre Person.

"Offenbar haben sie irgendeine Regelung gesucht, mit der sie mich kalt stellen können", sagte die vielfache Welt- und Europameisterin dem Nachrichtenmagazin Focus.

Pfeilschifter glaubt, dass der Verband sie als unbequeme Sportlerin zum "Rücktritt zwingen will": "Ich musste meine Nichtnominierung für das Luftgewehr unterschreiben, weil ich sonst komplett aus dem Olympia-Kader geflogen wäre."

Pfeilschifter wird in London mit dem Sportgewehr und nicht wie bei ihren bisherigen vier Olympia-Auftritten mit dem Luftgewehr an den Start gehen.

2004 in Athen und 2008 in Peking hatte Pfeilschifter als Favoritin enttäuscht und eine Medaille verpasst.

Stattdessen wurden Beate Gauß (Ammerbuch) und Jessica Mager (Solingen) vom DSB für die Luftgewehr-Wettkämpfe in London nominiert.

"Der Verband erklärte mir, er wolle mich 'schonen', weil der Druck beim ersten Schieß-Wettbewerb in London für mich zu groß sei", sagte Pfeilschifter, die dem DSB vorwarf, sich nicht ernsthaft mit ihr abgesprochen zu haben:

"Der Verband wollte gar keinen Einblick in meinen psychischen und physischen Leistungstand", sagte Pfeilschifter. Auch ihr Heimtrainer Hubert Bichler sei vor der Verbandsentscheidung nicht gefragt worden.