In einem Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Minister und Bundestagsabgeordnete werfen prominente Doping-Gegner Staat und Sportorganisationen die Duldung der Leistungsmanipulation vor.

Die zwölf Unterzeichner des Schreibens, das auch Thomas Bach als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) erhielt, verlangen umgehende Konsequenzen im Fall des Erfurter Sportmediziners Andreas Franke, der nach ihrer Auffassung eindeutig das Blut von 30 Athleten manipuliert hat.

Die Absender des Briefes, darunter Biathlon-Olympiasiegerin Antje Hervey-Misersky, die Anti-Doping-Legende Brigitte Franke-Berendonk sowie Doping-Opfer Andreas Krieger und Uwe Trömer, kritisieren: "Seit Jahrzehnten beißen konsequente Doping-Gegner bei Sportorganisationen und nationalen Regierungen auf Granit. Das System duldet Doping, aber keinen Dopingfall. Wir wiederum dulden das nicht mehr. Wir fordern von Politik und Sport ein konsequentes und glaubwürdiges Eintreten für einen sauberen Sport."

In dem Schreiben unter dem Titel "Dopingvergehen am Olympiastützpunkt Erfurt" heißt es weiter: "Wir verurteilen die Einmischung der Politik in geltende Anti-Doping-Regeln von NADA und WADA, d.h. die von Vertretern von Regierung und Parlament beanspruchte Deutungshoheit für eine Methode der Blutmanipulation, die im Regelwerk von NADA und WADA eindeutig als Doping deklariert wird."

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